Premiere des neuen Nissan Leaf Der Bestseller wird gefälliger

Die skurrile Optik hat dem Nissan Leaf nicht geschadet, der Japaner ist das meistverkaufte Elektro-Auto der Welt. Der deutlich gefälligere Nachfolger soll diesen Erfolg nun weiter ausbauen.
  • Michael Gebhardt
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  • Spotpress
Trotz seiner scharfen Kanten wirkt der neue, auf 4,49 Meter gewachsene Leaf deutlich braver  Quelle: Nissan
Nissan Leaf

Trotz ihrer scharfen Kanten wirkt die neue, auf 4,49 Meter gewachsene Generation des weltweit meistverkauften Elektroautos braver als der Vorgänger

Über 283.000 Kunden haben sich seit 2010 für den ersten Nissan Leaf entschieden, und den Japaner damit zum meistverkauften Elektroauto weltweit gemacht. Sein Nachfolger ist in Deutschland ab sofort in der limitierten Sonderedition „2.Zero“ für 34.950 bestellbar – und will den Erfolg weiter ausbauen: Mehr Reichweite und eine deutlich gefälligere Optik dürften ihm dabei helfen.

Trotz seiner scharfen Kanten wirkt der neue, auf 4,49 Meter gewachsene Leaf deutlich braver und weniger drollig als der aktuelle. Die Scheinwerfer sind weniger glubschäugig geformt, dazwischen ziert ein ausgeprägte Chrom-V den blau akzentuierten Kühlergrill. Hinten fallen die dezenteren Rückleuchten in Juke-Optik positiv auf, die C-Säule dagegen erinnert entfernt an den BMW i3.

So fährt der neue Nissan Leaf vor
Die Preise starten bei 32.000 Euro
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Wichtigste Neuerung: die von 250 Kilometer auf bis zu 378 Kilometer gestiegene Reichweite. Möglich macht das ein neuer Akku mit einer Kapazität von 40 kWh, bisher waren maximal 30 kWh im Angebot.

Neu ist auch der Elektromotor, der mit 110 kW/150 PS deutlich kräftiger ausfällt als das 80 kW/109 PS starke Vorgängertriebwerk. Noch stärker gestiegen ist das Drehmoment: von bisher 254 Nm auf nun 320 Nm.

Die schwarzen Einlagen wirken wie ein Kühlergrill
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Auf der Straße soll der Leaf nach Möglichkeit allein mit dem Gaspedal gesteuert werden. Beim sogenannten One-Pedal-Driving bremst das Fahrzeug bereits beim Loslassen des rechten Pedals, ohne dass die Bremse getreten werden müsste.

So verpufft die Bewegungsenergie nicht als Wärme an den Bremsscheiben, sondern wird vom Elektromotor in Strom für die Batterie gewandelt. Das konnte auch der Vorgänger schon, das neue Modell baut diese Fähigkeit jedoch noch aus. „E-Pedal“ nennt Nissan die Technik.

Die Reichweite beträgt knapp 400 Kilometer
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Auch an andere Stelle hat der Leaf technische aufgerüstet. So fährt er nun im Autobahnverkehr zeitweise autonom, das Einparken soll sogar ganz ohne Eingriff des Fahrers gelingen.

Das Design ist deutlich gefälliger geworden
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Darüber hinaus kann die Batterie des Autos auch als mobiler Energiespeicher genutzt werden, etwa um Ökostrom zwischen zu speichern oder Netzschwankungen auszugleichen. Beim Überwachen von Ladezustand und Tankvorgang hilft zudem eine neue Smartphone-App.

Nicht zuletzt wurde der optische Auftritt des Leaf geglättet
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Sah man der ersten Generation nicht zuletzt wegen des fehlenden Kühlergrills den alternativen Antrieb auf den ersten Blick an, könnte Auflage zwei mit seiner schwarz abgesetzten Front im Markendesign fast ein konventionelles Kompaktauto sein.

Die in Japan vorgestellte Premieren-Version hat natürlich das Steuer rechts
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Der Innenraum wirkt aufgeräumter und weniger exotisch als beim Vorgänger, auch wenn der computermausartige Gang-Wählhebel erhalten geblieben ist.

Der Gangwählhebel fällt futuristisch aus
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Beim Preis verlangt Nissan einen leichten Aufschlag gegenüber dem Vorgängermodell mit der kleineren Batterie (24 kWh). So werden künftig mindestens 31.950 Euro für das Fahrzeug inklusive Akku fällig. Das sind knapp 3.000 Euro mehr als zuletzt beim Einstiegsmodell und 1.000 Euro mehr als bei der reichweitenverlängerten 30-kWh-Variante.

Komplett überarbeitet wurde der Innenraum, das neue Cockpit ist weit weniger futuristisch als bisher. Das zweigeteilten Kombi-Iinstrument gehört der Vergangenheit an, stattdessen sitzt hinter dem neu gestalteten Lenkrad nur noch eine Anzeige mit analogem Rund-Tacho und Info-Bildschirm. Auch die Mittelkonsole mit dem Infotainment-Touchscreen wirkt aufgeräumter. Geblieben ist dagegen die wegen des Akkus im Unterboden ziemlich hohe und unbequeme Sitzposition im Fond. Und im Kofferraum tut sich beim Umklappen der Sitzbank eine ordentlich Stufe auf.

Ein Überbleibsel der ersten Generation ist auch der rundliche Fahrwahlhebel auf dem Mitteltunnel, neu hinzu gekommen ist der E-Pedal-Schalter. Per Tastendruck lässt sich der Leaf damit in ein Ein-Pedal-Auto verwandeln, Heißt konkret: Ist das E-Pedal aktiviert, bremst der Leaf beim Loslassen des Gaspedals durch Rekuperation und die mechanischen Stopper bis zum Stillstand ab. Mit etwas Übung lässt sich der Stromer so ganz bequem mit nur einem Fuß steuern; das Bremspedal braucht man nur noch im Notfall.

, Das neue Cockpit ist weit weniger futuristisch als bisher Quelle: Nissan
Blick in den Innenraum

, Das neue Cockpit ist weit weniger futuristisch als bisher

Die japanischen Ingenieure haben aber nicht nur die Steuerung überarbeitet, sondern den kompletten Antrieb: Unter der Haube des ab Anfang 2018 ausgelieferten Leaf II steckt ein neu entwickelter Elektromotor mit 110 kW/150 PS – 40 PS mehr als bisher. Das Drehmoment hat von 250 auf 320 Newtonmeter zugelegt, die den Stromer merklich flotter in Gang setzen sollen. Für den Spurt auf Tempo 100 braucht der gut 1,5 Tonnen schwere Japaner zukünftig nur noch 7,9 Sekunden; bislang vergingen lange 11,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist aus Energiespargründen wie schon beim Vorgänger bei 144 km/h abgeregelt.

Den größten Fortschritt gibt’s in Sachen Stromspeicher zu melden: Der neue Akku hat die gleichen Abmessungen wie bisher, hält aber 40 Kilowattstunden Strom bereit. Die sollen dem Nissan für bis zu 378 Kilometer reichen, zumindest laut genormten Messzyklus.

Unter der Haube des ab Anfang 2018 ausgelieferten Leaf II steckt ein neu entwickelter Elektromotor mit 110 kW/150 PS  Quelle: Nissan
Nissan Leaf

Unter der Haube des ab Anfang 2018 Fahrzeugs steckt ein neu entwickelter Elektromotor mit 110 kW/150 PS

Auf der Straße dürfte der Leaf gut 300 Kilometer weit kommen, was immer noch deutlich weiter ist als beim Vorgänger. Der verfügte über einen 30-kWh-Akku und schaffte maximal 250 Kilometer. Noch 2018 will Nissan außerdem das „E+“-Modell an den Start bringen. Die Starkversion wird wohl über einen 60-kWh-Akku verfügen und soll mindestens 500 Kilometer weit kommen. Der E-Motor des Plus-Models soll 160 kW/220 PS entwickeln.

Aufladen lässt sich der Leaf wie bisher über eine Klappe in der Schnauze. Darunter verbergen sich ein Typ-2- und ein Chademo-Stecker. An der Haushaltssteckdose dauert es bis zu 16 Stunden, bis der Stromspeicher voll ist, eine 22-kW-AC-Wallbox schafft es in der Hälfte der Zeit. Diese Ladestation ist in den 3.000 Euro, die das „2.Zero“-Modell mehr kostet als der später erhältlich, normale Leaf, bereits inbegriffen.

Die Intensität der Rekuperation lässt sich steuern Quelle: Nissan
Nissan Leaf

Die Intensität der Rekuperation lässt sich steuern

Wer es ganz eilig hat, kann den Leaf an einem Schnellader in 40 Minuten zu 80 Prozent betanken – Nissan betreibt in Europa bereits gut 4.600 Schnelllade-Stationen, 1.000 weitere sind in Planung. Wann und wie der Leaf lädt, kann der Fahrer zukünftig über eine neue Smartphone-App steuern beziehungsweise überwachen; über die gleiche App lässt sich auch der Innenraum vorklimatisieren.

Wie die erste Generation, beherrscht auch der neue Leaf die Vehicle-to-Grid-Technik (V2G). Das heißt, die Energie kann nicht nur in den Autoakku hineingepumpt werden, sondern auch umgekehrt zurück ins Stromnetz eingespeist werden. Sollte die Technik einmal flächendeckend eingeführt sein, könnten Energieanbieter die Fahrzeug-Akkus mit in ihre Netzplanung einbeziehen und so Spitzenschwankungen besser abfedern.

Das Drehmoment hat von 250 auf 320 Newtonmeter zugelegt Quelle: Nissan
Das Angebot an Fahrassistenten ist gewachsen

Und das Drehmoment hat von 250 auf 320 Newtonmeter zugelegt

Erste Versuche dazu startet Nissan in Dänemark und England: Mit Solarzellen auf dem Dach und einem zusätzlichen Zwischenspeicher im Haus sollen Kunden so nahezu die gesamten Stromkosten fürs Fahren wieder erwirtschaften können. In Deutschland gibt es dazu allerdings noch keine Pläne – zumindest das Angebot gratis beim Nissan-Händler zu Laden gilt aber auch für den neuen Leaf.

Neben der Wallbox sind in der Start-Edition das Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen, eine Rund-um-Kamera, Apple- und Android-Smartphone-Anbindung und der ProPilot Serie. Letztere befähigt den Leaf als ersten Nissan hierzulande zum teilautonomen Fahren: Der Stromer hält auf der Autobahn automatisch den voreingestellten Abstand zum Vordermann, bleibt in seiner Spur und bremst bei Bedarf bis zum Stillstand ab.

Wer allerdings jenseits der Schrittgeschwindigkeit die Hände vom Lenkrad nimmt, wird nach drei Sekunden optisch und akustisch ermahnt. Ohne Zutun des Fahrers funktioniert nur das Einparken: Der ProPilot Park übernimmt Gasgeben, Lenken und Bremsen und manövriert den Leaf in die Parklücke.

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