Premiere des Wraith in Genf
Der Rolls-Royce mit mehr als genug Power

Lange gab Rolls-Royce die Leistung seiner Modelle lediglich mit „genug“ an. Bei dem in Genf vorgestellten Wraith geben die Briten die Zurückhaltung auf. Sie sprechen selbstbewusst vom stärksten Rolls-Royce aller Zeiten.
  • 0

Genf„Ein Tag, dem wir lange entgegengefiebert haben.“ So spricht Torsten Müller-Ötvös, CEO von Rolls-Royce, von dem ersten Pressetag der Genfer Automobilmesse, an dem sein neuestes Modell Weltpremiere feierte: der Wraith. Diesen Namen trug erstmals 1938 ein Fahrzeug mit der berühmten „Spirit of Ecstasy“ auf dem mächtigen Kühlergrill. Dabei hat der neue Wraith (zu deutsch: Geist, Gespenst) einen ganz modernen Ursprung.

Er basiert auf dem erfolgreichen Ghost, ohne aber ein direkter Ableger der Baureihe zu sein. Statt eines Coupé hat Rolls-Royce ein Design im Stil klassischer Fastbacks gewählt. Traditionell sind bei einem zweitürigen Rolls-Royce die Türen gegen die Fahrtrichtung angeschlagen. „Wir haben den Wagen in Radstand und Spurbreite deutlich verändert. Deshalb sollte der Wraith in Differenzierung zum Ghost etwas mehr Power haben“, sagt Müller-Ötvös im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Bereits der Ghost war für Rolls-Royce ein großer Erfolg, da er die Modellpalette der Briten neben dem Phantom für den Chauffeurs-Einsatz um eine Limousine für den Selbstfahrer nach unten erweiterte. Das brachte dem Luxus-Autobauer 80 Prozent neue Kunden. Müller-Ötvös ist sich sicher, dass auch der Wraith als „Gran Turismo für Gentlemen“ neue Kundengruppen für die Marke ansprechen wird: „Mit diesem Auto werden wir auch Kunden überzeugen, die bisher gedacht haben: ,Für Rolls-Royce bin ich noch etwas zu jung, in zehn Jahren vielleicht‘. Das ändert sich mit dem Wraith.“

Obwohl der Wraith mit seinen 632 PS selbstbewusst als stärkster Rolls-Royce aller Zeiten beworben wird, stehen für die Verantwortlichen in Goodwood nicht reine PS-Zahlen im Vordergrund, sondern der Charakter des Autos. „ Wir haben ein Auto geschaffen, das sehr viel Fahrspaß bietet und ganz klar den Selbstfahrer anspricht“, sagt der 53-jährige Manager. „Ein Ghost hat genug Power, um die reine Leistung geht es nicht.“

Wie jeder Rolls-Royce steckt auch der neue Wraith voller kostbarer Materialien und handwerklich fein umgesetzten Designdetails, wie zum Beispiel der Fahrzeughimmel mit über 1.000 Sternen aus leuchtendem Fiberglas. Dem Chef hat es vor allem ein Teil des Interieurs angetan. „Mir gefällt das ,Canadel Panelling‘ am besten“, sagt Müller-Ötvös.

„Uns ist es gelungen, die größte am Stück verbaute Holzfläche in den Wraith einzubauen. Darauf sind ich und die Mitarbeiter des Wood Shop in Goodwood stolz, weil es keiner für möglich gehalten hat. Das Panelling gibt Ihnen das Gefühl, in einer Yacht zu sitzen.“

Seite 1:

Der Rolls-Royce mit mehr als genug Power

Seite 2:

245.000 Euro zuzüglich Steuern

Kommentare zu " Premiere des Wraith in Genf: Der Rolls-Royce mit mehr als genug Power"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%