Premium-Automarken
Luxusmarken sind keine Selbstläufer

Deutsche Premium-Automarken wie Audi, BMW oder Mercedes-Benz profitieren besonders vom wachsenden Wohlstand in den aufstrebenden Märkten Asiens. Aufgrund des Wachstumspotenzials zieht das Geschäft mit Oberklasse- und Luxusfahrzeugen immer mehr Wettbewerber an. Die Hochpreis-Karrossen sind aber keinesfalls ein Garant für wirtschaftlichen Erfolg.

STUTTGART. Dem indischen Auto-Konzern Tata ist mit der Übernahme der Nobelmarken Jaguar und Land Rover der Eintritt in das lukrative Premiumsegment geglückt. Zum Selbstläufer wird dieser Prestigeerfolg nach Einschätzung von Autoexperten aber nicht werden. Im Gegenteil: Die Skepsis überwiegt. "Jaguar hat es mit Ford als Eigentümer nicht geschafft sich im Premiumsegment an die Spitze heranzuarbeiten. Es erschließt sich nicht, warum das mit einem indischen Eigentümer jetzt besser gelingen soll" , sagt Autoanalyst Georg Stürzer von Unicredit.

Einig sind sich die Experten zwar, dass das Premiumsegment, bei dem Renditen von über acht Prozent winken, weiter zugewinnen wird. BMW rechnet damit, dass das hochwertige Segment jährlich um die fünf Prozent wächst, also doppelt so stark wie der gesamte Automarkt. "Aufgrund der neuen Märkte Asien/China und Ost-Europa/Russland steigen die Verkäufe im Premiummarkt auch in den nächsten Jahren deutlich", prophezeiht Ferdinand Dudenhöffer vom Institut Automobilwirtschaft der FH Gelsenkirchen .

Vor allem die deutschen Marken Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche, die das Segment weltweit dominieren, gehören zu den Profiteuren des wachsenden Wohlstands in den aufstrebenden Märkten Asiens. Das geht aus der Studie "Global Automotive Financial Review 2007" der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) hervor. Steigende Einkommen in den Schwellenländern wie China und Indien würden weltweit zu einer höheren Nachfrage im Premiumsegment führen, sagt Felix Kuhnert, Leiter der Automobilberatung bei PwC. Tata hat hier die Chance, Jaguar besser zu positionieren, aber muss sich auch vor allem mit den deutschen Konkurrenten messen lassen.

Die Fertigung von Oberklasse- und Luxusfahrzeugen wird nach Ansicht von PwC bis 2014 weltweit um 930 000 Einheiten steigen - der Großteil dieser Autos wird dabei aber in Deutschland gebaut. "Schon heute können deutsche Premiumhersteller bei manchen Modellen die Nachfrage in China nicht voll erfüllen", sagt Kuhnert.

Der Premiummarkt ist aber komplexer als es scheint. Die augenblickliche Schwäche auf dem weltgrößten Automobilmarkt USA hat beispielsweise Porsche dazu veranlasst, deutlich weniger Fahrzeuge nach Nordamerika zu liefern und dafür lieber in Fernost, Russland oder arabischen Staaten zu verkaufen. Hinter derartiger Flexibilität steht eine Feinsteuerung mit vorausschauender Marktbeurteilung - etwas, das die britische Autoschmiede Jaguar in dieser Form bisher nicht beherrscht.

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