Produktions-Aus für den „Bulli do Brasil“

Eine Transporter-Legende sagt „Adeus“

Die Geschichte einer Auto-Legende endet in Brasilien. Nach 56 Jahren wird die Produktion des VW Bulli dort nun eingestellt. Wegen seines spartanischen Sicherheitsniveaus trug er den Spitznamen „Jesus ruft mich“.
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T2 "Bulli" vor dem VW-Werk Anchieta in São Bernardo do Campo in Brasilien. Im Dezember ist alles vorbei - rund 63 Jahre nachdem der erste "T1"-Transporter in Wolfsburg gebaut worden war und nach 56 Jahren Non-Stopp-Produktion in Brasilien. Quelle: Reuters

T2 "Bulli" vor dem VW-Werk Anchieta in São Bernardo do Campo in Brasilien. Im Dezember ist alles vorbei - rund 63 Jahre nachdem der erste "T1"-Transporter in Wolfsburg gebaut worden war und nach 56 Jahren Non-Stopp-Produktion in Brasilien.

(Foto: Reuters)

São PauloFür den VW-Bulli-Transporter soll es in Brasilien nach 56 Jahren Produktion keine Ausnahme von den ab 2014 geltenden neuen Sicherheitsvorschriften geben. Damit dürfte das zum Ende dieses Jahres geplante Auslaufen der Produktion besiegelt sein. Die nationale Verkehrsbehörde Contran beschloss nach Angaben von Städteminister Aguinaldo Ribeiro, dass die Airbag- und ABS-Pflicht für Neufahrzeuge ohne Ausnahme in Kraft treten werde. Ein Ministeriumssprecher sagte auf Anfrage, man habe in den vergangenen Jahrzehnten schon „viel Geduld“ mit dem als Kombi bekannten Bulli gehabt.

Die Produktion werde eingestellt werden müssen. „Irgendwann ist die Stunde einmal da“, so der Sprecher. Finanzminister Guido Mantega hatte diese Woche Hoffnungen geschürt, dass möglicherweise für den Bulli eine Ausnahme von den Sicherheitsregeln gemacht werden könne, und VW hatte für diesen Fall signalisiert, eine Fortführung der Produktion zu prüfen.

Bulli für Generationen
Bulli älteres Semester
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Bullis älterer Semester sind heute Liebhaberfahrzeuge - entsprechend hoch fallen die Preise aus.

Bulli-Generationen T1 und T2 (Bild: Volkswagen/dpa/tmn)
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Die ersten Bulli-Generationen T1 und T2 lassen sich wegen ihrer geringen Größe und Wendigkeit problemlos durch enge Gassen manövrieren.

Der 1979 erstmals gebaute T3 (Bild: Volkswagen/dpa/tmn)
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Der 1979 erstmals gebaute T3 ist heute noch eine gute Wahl. Motor und Technik sind zuverlässig, gut erhaltene Fahrzeuge kosten nicht die Welt.

Aktueller Bulli-Camper: Die Freizeitvariante des T5 von Volkswagen trägt den Beinamen California. (Bild: Volkswagen/dpa/tmn)
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Aktueller Bulli-Camper: Die Freizeitvariante des T5 von Volkswagen trägt den Beinamen California.

Der Tristar ist ein Blick in die Zukunft des Bulli
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Mit der Studie Tristar Concept gibt VW auf der Nutzfahrzeug IAA 2014 einen Ausblick auf die sechste "Bulli"-Generation, die 2015 auf den Markt kommen soll.

Auch im Innenraum regiert der Luxus
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Innenansicht des Tristar Concept: Ambiente und Interieur der sechsten VW-Transporter-Generation, mit drehbaren Sitzen, viel Leder und schwenkbarem Multimedia-Tablet-Tisch, lassen sogar manche PKW ganz schön alt aussehen.

Das Design erinnert an einen SUV, die Ladefläche an einen Pickup
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Das Tristar Concept von VW liegt auffallend hoch, wie ein SUV. Die Bereifung ist betont grobstollig, und das Ersatzrad wandert auf die Ladefläche.

Mit Weißwand-Reifen, eleganten Fenster-Gardinen und in hellblauer und weißer Farbe - so liefen die weltweit letzten, ja die allerletzten Modelle des Transporter-Mythos im VW-Werk Anchieta in São Bernardo do Campo in Brasilien vom Band. Rund 63 Jahre nachdem der erste "T1"-Transporter  in Wolfsburg gebaut worden ist und nach 56 Jahren Non-Stopp-Produktion in Brasilien.

In Brasilien heißt der Bulli schlicht Kombi und ist im Straßenbild des Samba-Landes wie einst sein kleiner, nicht minder legendärer Pkw-Bruder "Fusca" (Käfer) seit Jahrzehnten und auch heute nicht wegzudenken. Als Pick-Up für Umzüge, als geschlossenes Transportfahrzeug, mit dem selbst Kühe transportiert werden und als Personenbus, in denen im unkomplizierten Brasilien zur Not auch 25 Leute und mehr rein passen, ist er dort unterwegs auf Großstadtstraßen und Dschungelpisten.

Eigentlich war für die "Last Edition" eine Auflage von 600 Einheiten vorgesehen, doch wegen der hohen Nachfrage hat VW das Kontingent auf 1.200 Fahrzeuge verdoppelt. Empfohlener Preis: 85.000 Reais (rd. 28 000 Euro). Auch der letzte Bulli hat seine Vorahnen nicht verleugnet.

Als blau-weiße "Last Edition" wurde der legendäre Bulli von VW in Brasilien noch bis Ende 2013 gebaut. Quelle: dpa

Als blau-weiße "Last Edition" wurde der legendäre Bulli von VW in Brasilien noch bis Ende 2013 gebaut.

(Foto: dpa)

Das Design ist so rund wie immer, die Scheinwerfer auch und neben Heckklappe, Fahrer- und Beifahrertür gibt es rechts die bekannte Schiebetür. Im Inneren: Das vertraute Bekenntnis zum Minimalismus. Die Armatur wird von einem großen runden Tachometer dominiert, rechts daneben die Tankanzeige. Der "letzte Bulli" kann auch modern: Er hat ein Radio mit MP3-Option und USB-Anschluss.

Der Kombi ist das erste Modell, das VW in Brasilien gebaut hat. Seit 1957 liefen im VW-Werk Anchieta in São Bernardo do Campo unweit von São Paulo über 1,56 Millionen Kombis vom Modell T1 und T2 vom Band. Die Nachfrage ist rasant gestiegen.

Sicherheitsanforderungen zu hoch
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