Punkte-Reform
Vielfahrer müssen sich in Acht nehmen

Die Reform betrifft Millionen von Autofahrern: Von Mai an gilt für das Flensburger Punkte-Register ein neues System. Bei Experten ist die Neuordnung umstritten. Es könnte Verlierer geben.
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Flensburg/BerlinDie Reform der Verkehrssünderkartei könnte Experten zufolge vor allem Vielfahrer empfindlich treffen. So könnten Berufsfahrer im neuen System schneller ihren Führerschein verlieren, warnt der Autoclub ACE am Freitag. Hingegen lobte das Bundesverkehrsministerium das neue Punkte-Register als „einfacher, gerechter und transparenter“. Der Verkehr werde sicherer.

Die Reform tritt am 1. Mai in Kraft - genau 40 Jahre nach der Einführung der Flensburger Punktekartei 1974. Der Führerschein ist künftig bei 8 Punkten weg statt bisher bei 18. Allerdings werden die Punkte dann auch anders bemessen. Im Bußgeldkatalog gibt es zugleich kleinere Änderungen.

ACE-Chefjurist Volker Lempp sagte der Nachrichtenagentur dpa, obwohl Berufsfahrer etwa für Mängel am Fahrzeug meist nicht allein verantwortlich seien, gingen die Strafpunkte auf ihr Konto und bedrohten schneller als bisher ihre Existenz. Der Stuttgarter Fahrlehrer Reinhard Hetzel bestätigte die höhere Gefahr für Autofahrer, die viel unterwegs sind: „Vielfahrer sind ganz klar im Hintertreffen.“ Ein Punkt treffe den Fahrer künftig stärker.

Der Vorsitzende des Verbands für bürgernahe Verkehrspolitik, Mathias Voigt, warnte, dass „zwei verhältnismäßig leichte Verstöße“ wie Telefonieren am Steuer und 21 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho nach altem wie neuem System zwei Punkte ergeben. „Im alten System entsprechen die Verstöße elf Prozent der möglichen Punkte, im neuen System bereits 25 Prozent - mehr als doppelt so viel.“

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