PWC-Studie
Margen der Premium-Hersteller unter Druck

Die zunehmende Marktsättigung und neue Wettbewerber aus Fernost werden einer Studie zufolge den europäischen Premium-Automarken künftig das Leben schwerer machen.

HB STUTTGART. „Die Gefahr ist kurz- bis mittelfristig nicht der Verlust von nennenswerten Marktanteilen für die etablierten Hersteller“, sagte der Automobil-Experte der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PWC), Felix Kuhnert, am Donnerstag bei der Vorlage einer neuen Studie. „Es ist vielmehr das lukrative, aufpreisbasierte Geschäftsmodell, das angegriffen werden könnte“, sagte er mit Blick auf die nach Europa und in die USA strebenden neuen Wettbewerber Lexus, Infinti und Acura.

Das Geschäft mit Fahrzeugen der oberen Mittelklasse und Oberklasse - die Domäne der deutschen Pkw-Marken Mercedes-Benz, BMW und Audi - werde immer schwieriger. Die zunehmende Marktsättigung bei Premium-Modellen drücke bereits auf die Verkaufspreise und die Gewinnmargen der Nobel-Hersteller.

Der Studie zufolge leisten sich in Europa immer mehr Autofahrer ein Premium-Modell. Der Anteil dieser hochpreisigen Fahrzeuge an den Neuzulassungen sei in der EU auf fast 20 Prozent im Jahr 2005 von 15 Prozent im Jahr 1990 angestiegen. Allein auf die deutschen Premiummarken Mercedes-Benz, BMW und Audi seien im vergangenen Jahr fast 16 Prozent der EU-Neuzulassungen entfallen.

Grund für den Aufschwung des Premium-Segments sei die kaufkräftige Mittelschicht, deren Einkommen gestiegen sei. Durch zinsgünstige und leicht verfügbare Kredite seien die Premium-Marken für diesen Kundenkreis erschwinglich geworden.

„Viele Autokäufer entscheiden sich lieber für das Einsteigermodell einer Premium-Marke als für die größere, ebenso teure Limousine eines Volumenherstellers“, sagte PWC-Berater Kunert. Mit dem Verkauf der kleinen Einsteiger-Modelle verdienten die Premium-Hersteller jedoch weniger als mit den großen Oberklassen-Fahrzeugen. Dies drücke die bislang hohen Gewinnmargen.

Die für gute Qualität bekannten japanischen Fahrzeug-Hersteller drängen seit Jahren in den Markt für hochpreisige Autos, der bislang von den europäischen Herstellern dominiert wird. Toyota ist mit seiner Tochter Lexus bereits in den USA erfolgreich, Renault-Nissan wollen ab 2008 ihre Premium-Marke Infinti verstärkt verkaufen und Honda strebt mit seiner Marke Acura in dieses Geschäft.

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