Rabattdiskussion
VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an

Der Autobauer schließt sich einem offenen Brief eines Händlers an. Darin wirft Burkhard Weller dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vor, Unwahrheiten über Rabatte zu verbreiten. Der nennt die Anschuldigungen „skurril“.
  • 33

DüsseldorfDer Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Professor Dudenhöffer, der mit seinem Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen u.a. regelmäßig die Rabattaktionen der Autohersteller und -händler untersucht, wird in einem offenen Brief von Autohändler Burkhard Weller angegriffen. Dudenhöffers „Rabattschleuderei“ nehme ein Ausmaß an, „welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten“, schreibt Weller, der mehrere Toyota-Autohäuser besitzt. Unterstützung erhält er dabei von VW.

Weller kritisiert eine Äußerung Dudenhöffers, wonach der neue Golf VII vom Wolfsburger Konzern mit einem Rabatt auf den Listenpreis von 28 Prozent angeboten wurde. Der Durchschnittsrabatt betrage 17 Prozent, schreibt dagegen Weller. Selbst mit einem sogenannten Fahranfängerrabatt und weiteren Prämien kämen die 28 Prozent nie zustande, so der Händler.

Weller spricht von „Rabattauswüchsen“, von denen der Verbraucher massiv getäuscht werde. Im schlimmsten Falle würden Kunden den Kauf eines Neuwagens verschieben, weil sie zu hohe Rabatterwartungen hätten, schreibt er weiter. Und wirft Dudenhöffer eine Zerstörung der Wertschöpfung im Automobilgeschäft „durch Fehlinformation der Verbraucher“ vor.

Unterstützung erhält der Händler aus Wolfsburg. „Volkswagen begrüßt ausdrücklich den aktuellen offenen Brief von Herrn Burkhard Weller und schließt sich der Kritik voll und ganz an“, heißt es in einer Mitteilung. VW werde die Untersuchungsergebnisse Dudenhöffers „weiterhin sehr genau beobachten und hinterfragen“.

Der Automobilexperte seinerseits schießt zurück und bezeichnet das Schreiben Wellers und die Stellungnahme von VW als „skurril“. Wellers Behauptungen seien nachweisbar falsch. Er sei überrascht, dass sich VW zu diesen falschen Behauptungen bekenne, schreibt Dudenhöffer in einer Stellungnahme.

Der Golf VII von VW sei sehr wohl mit bis zu 27,5 Prozent Rabatt angeboten worden – von einigen Internetvermittlern. Bis zum 26. September habe es eine Aktion für Führerscheinneulinge von VW gegeben. Damit habe sich der Preisnachlass für das Modell, das erst am 10. November in den Handel kommt, auf insgesamt 27,5 Prozent erhöht. Ein entsprechender Hinweis sei noch heute auf Websites von Internetvermittlern zu finden.

Seite 1:

VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an

Seite 2:

Fiat-Chef blies ins gleiche Horn

Kommentare zu " Rabattdiskussion: VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jemand, der günstig einkaufen will, ist doch nicht krank.
    Dann müßten sich ja alle Einkäufer in den Unternehmen in ärztliche Behandlung begeben.
    Die offiziellen VK-Preise sind natürlich Mondpreise.
    Wie günstig ein Auto sein kann, sieht man an den amerikanischen Preisen.
    Wie sagte doch der Millionär Niki Lauda: "Ich habe nichts zu verschenken!"

  • wie krank wir alle sind, weil wir immer wieder alles billiger haben wollen. wo das hinfüührt, sehen wir aktuell. gratulation zu 35% rabatt auf den vw verschnitt. denken sie mal später dran, wenn es um ihre rente geht, die dann aber keiner mehr bezahlen kann. hoffentlich kassiert ihr örtlicher händler für den spanischen tschechen für jedes schräubchen, das im leben des skoda verloren gehen wird. geiz ist nicht geil, geiz ist krankhaft.

  • Die Aussagen Dudenhöfers konnte ich Ende August 2012, als ein Neuwagenkäufer, vollkommen verifizieren: Die Marken in Bedrängnis wie Opel, Fiat, PSA etc. sind vielfach mit 40% Nachlass auf den Listenpreis incl. Überführung zu haben. Natürlich nur beim billigsten Anbieter. Für VW war 20% bei fast allen Modellen möglich. Letztlich entschloss ich mich für einen Skoda Yeti green line mit 103 kW Diesel und zahlte statt 29.700 € nur 19.200 €, Erstzulassung! Fahrkarte zur Abholung eingeschlossen. Das Fahrzeug war für Spanien gebaut, incl. Stempel in den Serviceunterlagen. Es wurde aber von einem deutschen Händler erworben, dann an einen tschechischen und nochmals an einen deutschen weiterverkauft. Lt. Auskunft des örtlichen VW-Händlers ist das Fahrzeug vollkommen ok.
    Der noch im Sommer sehr gefragte Yeti wurde also mit 35% Nachlass neu verkauft. Das sieht nicht nach einer Notaktion aus. Den Ärger des Fiat-Chefs kann ich nachvollziehen, doch dessen Aussage dürfte VW sehr bestätigt haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%