Rabattschlacht geht weiter
US-Automarken setzen zum Sprung nach Europa an

Die US-Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler zieht es in Anbetracht schrumpfender Geschäfte auf ihrem Heimatmarkt zunehmend nach Europa. Dabei drängen sie in die ohnehin umkämpfte Golf-Klasse und die bislang von Mercedes-Benz und BMW dominierte gehobene Mittelklasse.

HB DETROIT/GENF. Den größten Druck entfacht GM mit der auf dem Genfer Autosalon präsentierten Mittelklasse-Limousine Cadillac BLS. Gleichzeitig verschärft der weltgrößte Autobauer den in Europa tobenden Wettkampf um die besten Plätze im Kleinwagen-Segment. Zugpferd soll das Billigmodell Matiz des koreanischen Herstellers Daewoo werden, an dem GM mit mehr als 40 % beteiligt ist. GM - das Unternehmen baut derzeit sein Europageschäft um und will auf dem Kontinent profitabel werden - setzt die Daewoo-Autos in Europa künftig unter dem Markennamen Chevrolet ab.

Daimler-Chrysler, im Kompaktsegment mit der Mercedes-A-Klasse gegen VW Golf, Opel Astra und Ford Focus positioniert, zeigt in Genf das Konzept des Schrägheck-Modells Dodge Caliber, das aus der gemeinsamen Entwicklung mit Mitsubishi Motors stammt. Dodge macht damit den ersten Schritt nach Europa.

Der US-Autobauer will mit seiner Marke Dodge in Europa deutschen Herstellern Kunden abjagen und zielt dabei nach Worten von Vorstandschef Dieter Zetsche vor allem auf Marktführer Volkswagen. „Die Preise für die Dodges werden sicher unter denen von Volkswagen liegen“, sagt Zetsche der Wochenzeitung „Die Zeit“ einem am Mittwoch veröffentlichten Vorabbericht zufolge. Er sei zuversichtlich, dass Chrysler bis 2007 bei Qualität und Produktivität mit den Besten gleichgezogen haben werde.

Mit ihrem Vorstoß machen sich die US-Hersteller den schwachen Dollar zunutze, der ihnen im Ausland Kostenvorteile verschafft. Sie nutzen dabei den gleichen Effekt, der die japanische Konkurrenz mit ihrer schwächeren Heimatwährung Yen in den USA stark gemacht hat.

Analysten warnen, dass diese Strategie kurzsichtig sein könnte. „Es besteht die Gefahr, dass sich das Währungsverhältnis zwischen Dollar und Euro umdreht. Dann kommt der Boomerang zurück“, sagte HVB-Analyst Rolf Woller.

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