Range Rover
Der Urvater der Luxus-SUV

Der Range Rover, die SUV-Ikone: üppig ausgestattet, bärenstark und ein Meister im Gelände. In diesen Tagen steht die jüngste Generation im Fokus. Sein Debüt feierte er bereits 197 - und etablierte sich als Vorbild.

DüsseldorfNicht weniger als "vier verschiedene Autos in einem" wollten die Väter des Range Rover zum Ende der Sechziger auf die Räder stellen: Luxuslimousine, Langstreckenfahrzeug, Kombi und leistungsfähiges Allradfahrzeug. 24 Jahre nach dem revolutionären Land Rover präsentierte der britische Hersteller 1970 seinen zweiten Geniestreich.

Der "Range", wie ihn seine Fans seitdem liebevoll bezeichnen, definierte den Standard des Geländewagens komplett neu. Repräsentativ, luxuriös, souverän und exklusiv setzte der Brite neue Trends. Beim Design gelang den Verantwortlichen das Kunststück, für das mächtige, 4,45 Meter lange und 1,79 Meter hohe Fahrzeug eine so zeitlose Form zu finden, dass es immerhin 26 Jahre seine Kunden gefunden hat.

So hatte der amerikanische Autohersteller Kaiser 1953 den Jeep-Produzenten Willys gekauft und das Allradkonzept des Militärvehikels für die zivile Nutzung konsequent weiterentwickelt. 1966 erschien der "Super Wagoneer" mit Allradantrieb - formal eher eine Kombi-Llimousine mit Heckklappe - als ein klassischer 4x4.

Ausgestattet mit einem 5,9-Liter-V8-Triebwerk zielte der "Super Wagoneer" erfolgreich auf "gehobene, einkommensstarke Familien". Das Konzept der langstreckentauglichen, leistungsstarken Allrad-Limousine setzte General Motors ab 1969 mit dem Chevrolet Blazer um. 1966 war bereits Ford mit dem "Bronco" erfolgreich in die neue Nische gestoßen.

Auch japanische Hersteller zogen mit zivilen Allradautos nach. Schon 1961 war der am besten verkaufte Toyota in den Vereinigten Staaten der Land Cruiser. Von der 1965 vorgestellten "Serie 50" mit 3,9-Liter-Reihensechszylinder und 125 PS verkaufte Toyota 1968 bereits 100.000 Einheiten auf der ganzen Welt, rund das Doppelte des Range Rover.

Der Rover musste auf jeden Fall überragende Fahreigenschaften im Gelände aufweisen, darum blieb es beim Leiterrahmen, zwei Starrachsen und einer Karosserie aus Leichtmetall. Die Entscheidung, den neuen Rover mit einem hohen Leistungsangebot auszustatten, bedingte Neukonstruktionen für Motor, Getriebe und Allradantrieb.

Hausherr Rover verfügte jedoch über keinen geeigneten Motor. Fündig wurden die Verantwortlichen bei Buick. Die GM-Tochter hatte schon in den frühen Fünfzigern mit Motoren experimentiert, bei denen aus Gewichtsgründen sowohl Block wie auch Zylinderköpfe aus Leichtmetall bestanden. 1961 erschien ein neuer Leichtmetall-V8 mit einem Hubraum von 215 Kubikinch (3,5 Liter). Der Motor war mit 144 Kilo Gewicht sehr leicht, mit 66 Zentimetern Länge kompakt und mit 135 PS Leistung für den Range Rover ausreichend kräftig.

Ein Detail, das den Praxisnutzen des Fünfsitzers ein wenig beeinträchtigte, resultierte aus der Entscheidung, den Range Rover als Zweitürer mit Heckklappe anzubieten. Diese war nicht zuletzt aus Kostengründen gefällt worden, weil vier Türen die Steifigkeit des bestehenden Chassis im Gelände beeinträchtigt und eine wesentlich aufwendigere Konstruktion erfordert hätten.

Bei seiner Präsentation im Juni 1970 zeichnete sich der Range Rover nicht zuletzt durch eine hohe Zugkraft für Anhängelasten von maximal 3 500 Kilogramm sowie durch hydraulisch betätigte Scheibenbremsen vorne und hinten aus.

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