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Ratgeber: Mit kritischen Blick zum Gebraucht-Cabrio-Kauf

Wer sich für ein gebrauchtes Cabrio interessiert, sollte auf die typischen Schwachstellen offener Fahrzeuge achten. Zu diesen zählen etwa der Unterboden, die Dämmung und die Dichtungen – sowie das Dach selbst.

von Gerlinde Fröhlich-Merz Quelle: MID
Die typischen Schwachstellen von Cabrios sind unter anderem das Dach, die Dämmung und die Dichtungen. Quelle: MID
Die typischen Schwachstellen von Cabrios sind unter anderem das Dach, die Dämmung und die Dichtungen. Quelle: MID

HamburgWer sich für ein gebrauchtes Cabrio interessiert, sollte die typischen Schwachstellen offener Fahrzeuge kennen. An Dach, Dämmung und Dichtung finden sich bei den Flitzern mit Faltdach häufig Schwachstellen, die das Vergnügen am Cabrio-Besitz empfindlich mindern können. Das Internetportal Check My Car rät deshalb, auf Risse, starke Knickstellen und verschlissene Nähte beim Verdeckmaterial zu achten. Besonders wichtig sei die Kontrolle der Dichtung am Übergang zwischen Heckscheibe und Dach.

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Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Beim langsamem Einfahren oder Einklappen des Daches lasse sich feststellen, "ob es Faltenbildung gibt und ob das Dach gleichmäßig fällt und schließt". Verfügt der Wagen über ein Plastikfenster im Softtop, das durch UV-Strahlung leicht milchig geworden ist, ist früher oder später ein Austausch fällig. Ob Feuchtigkeit eingedrungen ist, lässt sich am einfachsten anhand des Geruchs feststellen: Die Experten empfehlen, das Cabrio eine Weile zu schließen und dann zu prüfen, ob der Innenraum modrig riecht; einfach, aber effektiv.

Unerlässlich ist auch die Unterbodenkontrolle, denn da den Cabrios das Dach fehlt und auch Türen oder Hauben keine versteifende Funktion haben, trägt der Unterboden die Hauptlast der Stabilität, weshalb hier Rost- und Schweißstellen als kritisch gelten. Ob die Karosserie ausreichend verwindungssteif ist, lässt sich beim so genannten Bordstein-Test feststellen: Auch wenn der Wagen mit nur einem Reifen auf dem Bürgersteig steht, sollten sich alle Hauben, Türen und das Verdeck gut öffnen und schließen lassen.

Cabrios und Roadster

Wer sich für ein gebrauchtes Cabrio in einer Internetbörse interessiert und keine Gelegenheit hat, den Wagen vor dem Kauf zu besichtigen, sollte laut Check my car fachmännischen Rat einholen. Dieser Tipp ist nicht ganz uneigennützig: Das Unternehmen vermittelt Kfz-Experten an Privatpersonen oder Händler, die Fahrzeugdaten und Preis-/Leistungsverhältnis prüfen, das Wunschfahrzeug vor Ort beurteilen und dem Kaufinteressenten ein Gutachten zukommen lassen, das ihn in die Lage versetzt, "einen angemessenen Preis mit dem Verkäufer auszuhandeln".

Quelle: MID
  • 02.04.2013, 15:01 UhrLothar

    Warum sollte ich Geld ausgeben für eine Firma wie Check my Car, wenn die laut eigenen AGB´s keinerlei Haftung für übersehene Mängel übernehmen?

  • 28.03.2013, 00:31 UhrLinksschrauber

    Ich würde mir vorher noch erstmal die Bodengruppe anschauen und ein paar Klopfproben machen...

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