Re-Importe
Was beim Kauf von Importautos zu beachten ist

Einst hatten sogenannte Grau-Importe einen schlechten Ruf. Heute gehört der Kauf von Re-Importen im Autohandel zum Alltag und gilt als relativ risikofrei. Doch gerade bei Gewährleistungsfragen gibt es häufig Einschränkungen. Und auf Kulanz darf der Käufer eines EU-Fahrzeuges gar nicht hoffen.
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dpa/tmn FRANKFURT/M. Früher hießen sie Grau-Importe und waren verschrien. Im geeinten Europa dagegen sind Importgeschäfte mit Neuwagen "nicht mehr zwielichtig" und vergleichsweise einfach, heißt es beim Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt. Für Schnäppchenjäger unter den Neuwagenkunden sind laut dem ADAC unterm Strich Ersparnisse von rund 15 Prozent gegenüber hiesigen Listenpreisen möglich. Allerdings kann es beim Kauf eines Importwagens noch immer zu Komplikationen kommen.

Grundsätzlich funktioniert das Geschäft so: Aufgrund einer geringeren Kaufkraft und höheren Steuersätzen verkaufen die Hersteller Autos in einigen EU-Ländern zu günstigeren Preisen als in Deutschland. So wollen sie konkurrenzfähig bleiben. Freie Importeure machen diese PKW hierzulande verfügbar. In der Regel wird für ein Importfahrzeug der Nettopreis aus dem EU-Ausland zuzüglich des deutschen Mehrwertsteuersatzes, der Überführungs- und Bereitstellungskosten fällig.

Das Interesse steigt

Offenbar haben immer mehr Deutsche Interesse an Importwagen. Zwar führt das Kraftfahrt-Bundesamt hierüber keine Statistik. Doch nach Einschätzung von Thomas Herzig, Sprecher beim Bundesverband der freien Kfz-Importeure (BFI), ist der Anteil der EU-Importe an den Neuzulassungen gestiegen und dürfte bei zehn bis 15 Prozent liegen. "Der Binnenmarkt hat sich ausgebildet", sagt Herzig. In Zeitungen, Fachzeitschriften und im Internet sind zahlreiche Anzeigen geschaltet, die etwa "EU-Fahrzeuge zu Hammerpreisen" offerieren. Die Annoncen stammen in der Regel aber nicht von den Händlern im Ausland: Importeure treten darin als Vermittler auf. Ein Mitgliederverzeichnis führt der BfI auf seiner Homepage.

Gerade die Vermittlung birgt laut ADAC-Juristin Silvia Schattenkirchner allerdings Risiken: "Der eigentliche Kaufvertrag wird mit einem Händler im Ausland geschlossen." Die Folge: Hat der Wagen Mängel, muss sich der Käufer direkt mit dem Händler in der Ferne auseinandersetzen - unter den Bedingungen des fremden Rechtssystems.

Denn Vertragshändler oder Werkstätten in Deutschland sind nicht verpflichtet, im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung Reparaturen vorzunehmen, erläutert AvD-Rechtsexpertin Dorothee Lamberty.

Anders liege der Fall bei der Garantie: "Die Leistungen werden vom Hersteller zugesichert und in der Regel auch EU-weit erbracht." Der Kunde kann somit eine kostenlose Reparatur in jeder Vertragswerkstatt verlangen.

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