Reaktionen auf den Blitz-Marathon
Das Netz spottet und Anwohner freuen sich

Der erste bundesweite „Blitz-Marathon“, bei dem 15.000 Polizisten im ganzen Bundesgebiet im Einsatz sind, hat viel Spott im Netz ausgelöst. Kein Wunder, wenn in Krefeld sogar Lamas geblitzt werden.
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DüsseldorfLamas in der Tempokontrolle, Anwohner servieren Kaffee und ein Autofahrer beschwert sich, nicht geblitzt worden zu sein - der erste bundesweite „Blitz-Marathon“ hat für kuriose Szenen gesorgt. Die Tempokontrollen haben die Menschen nicht kalt gelassen: Im Internet wurde kräftig diskutiert und gescherzt.

Und die Polizei attestierte: Die Leute fahren tatsächlich langsamer. Offenbar möchte niemand trotz wochenlanger Vorwarnungen unter hämischen Blicken der anderen Autofahrer an die Seite gewunken werden. Einige Unbelehrbare waren trotzdem nicht zu bremsen.

So wurde in Dortmund am Vormittag ein Raser gleich zweimal geblitzt. Das erste Mal raste er trotz der groß angekündigten Aktion mit Tempo 96 statt 50 Stundenkilometern in eine Kontrollstelle. Dabei wurde festgestellt, dass er seine Kfz-Steuer nicht bezahlt hatte, wie die Polizei mitteilte. Mit quietschenden Reifen fuhr er wutentbrannt davon - und landete direkt in der nächsten Tempofalle mit Tempo 78.

Massenhafte Kontrollen und Knöllchen

Vermutlich werden bis Freitagmorgen weit über eine Million Autofahrer beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon kontrolliert worden sein. Und Zehntausende - das zeigen die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen - werden trotz der intensiven Ankündigung und der Bekanntgabe der Kontrollstellen ein „Knöllchen“ bekommen.

Lieben Lamas Laser?

In Krefeld und im 70 Kilometer entfernten Hückeswagen (beides NRW) legten Lamas die Tempokontrollen zumindest kurzfristig lahm. Die Beamten mussten sich zunächst darum kümmern, die ausgebüxten Andentiere wieder einzufangen. In Krefeld sprang ein entlaufenes Tier über mehrere Motorhauben. Wie schnell das Lama war, wurde nicht bekannt. Bußgelder drohen aber nicht: Die Tempolimits gelten nur für Fahrzeuge.

Zuspruch aus der Bevölkerung

Die Polizei „blitzt“ - und dankbare Anwohner servieren Kaffee dazu. In Hamburg hat sich die Bevölkerung mit den Beamten an gleich mehreren Stellen solidarisiert.

Gemalt statt geblitzt - Netz spottet über Blitzmarathon

Die folgenden Tweets zu #Blitzmarathon hat die Presseagentur dpa aktuell zusammengetragen:

„Manche Leute fahren heute so langsam, die werden nicht geblitzt, die werden gemalt.“ (@Dorfphotograph)

„Fast unmöglich den #Blitzmarathon zu gewinnen, wenn die vor mir weiter so schleichen.“ (@davidheat)

„Heute 20:00h Siegerehrung“ (@HarrySchlumpf)

„Wird im internet auch geblitzt oder warum ist heute alles so lahm?“ (@snot_rod)

„Heute kräftig Punkte sammeln und zukünftig an der Tanke sparen.“ (Mr_SalG)

„gleich mal los zur arbeit... vielleicht gibts ja noch n neues bild für die pinnwand... “ (@sinrapz)

„Zur Info: Nur weil heute der #Blitzmarathon ist, heißt das nicht, dass man sein Auto in einer 50-er Zone schieben muss.“ (@caughtinatime)

„Heute früh von der Polizei verwarnt worden, bin mit dem #Fahrrad 40 in einer 30er Zone gefahren.“ (@HalbeHoeheDD)

„Hallo #Blitzmarathon, denkt ihr auch noch an die Typen die donnerstags Banken und Omas überfallen? Doof wenn die heute damit durchkämen.“ (@jenswesterbeck)

„Ich glaub, das Lustigste am #Blitzmarathon sind die Tweets“ (@UtaKeseling)

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • das ist unrelevant, wenn sie eine alte Mikrowelle, W-Lan und andere Funksender im Haus haben. Falls doch nicht, sorgt ihr Nachbar für die permanente Bestrahlung. Auch die Mobilfunkmasten und ihr Handy sorgen für eine schön gleichmäßige Bestrahlung. Vielleicht fliegen auch ab und an ein paar Kampfjets mit eingeschaltetem Geländefolgeradar über ihren Kopf, die Strahlung ist dann besonders Wohltuend.

  • Das ist aber extrem dumm gelaufen:
    http://www.rp-online.de/bergisches-land/solingen/

  • Wenn sonst heute nicht wichtigeres zu tun war, hätte man den tausenden Beamten mal einen Tag frei geben können, damit sie endlich mal ihre Überstunden reduzieren können.

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