Reanimation einer Marke
Saab 9-3 Sportkombi: Prinzip Herzschrittmacher

Saab, die Individualisten-Marke aus dem schwedischen Trollhättan, enttäuschte über Jahre ihre Anhänger. Nun lässt ein neues Modell die Fans wieder hoffen.

FRANKFURT. Die Schweden erfanden das Streichholz, das satellitengestützte Navigationssystem und den Herzschrittmacher. Und alle drei Erfindungen passen auch zur derzeitigen Situation des schwedischen Autoherstellers Saab, von dem seit 1990 – dem Jahr, als das Unternehmen in den General-Motors-Konzern eingegliedert wurde – nur noch wenig Erfreuliches zu hören war. Mit frischen, zündenden Designideen, einem klaren Kurs für die nächsten Jahre und einem neuen Modell, das über die momentane Schwächeperiode hinweghelfen soll, möchte Saab endlich wieder die Kurve kriegen.

„Mir ist klar, dass wir das nicht auf die Schnelle schaffen werden. Wir treten nicht zum Sprint an, sondern zum Marathon“, sagt der neue Saab-Chef Jan-Ake Jonsson über die Reanimation der einst extravaganten Marke, die ihm und seinem Team in den kommenden Jahren gelingen muss. „Wir sind mitten in der Expansion unseres Produktportfolios“, erklärt Jonsson. Wer die Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie kennt, weiß, dass dies Jahre dauern wird. Eine der neuen Modellvarianten immerhin wird schon in Kürze antreten: Im Herbst rollt der Saab 9-3 Sportkombi zu den Händlern. Das schwungvoll geformte Mittelklasseauto lässt zumindest ein wenig von der ehemaligen Saab-Eigenwilligkeit wieder aufleben und fungiert so als eine Art Herzschrittmacher für die Marke.

Alte Fliegerschule

Auffälligste äußere Merkmale sind die wie vereist aussehenden, spitz nach oben zulaufenden LED-Rückleuchten, die D-Säule hinter dem dritten Seitenfenster im „Eishockey-Stick-Design“ und die bullige Frontansicht mit dem markentypischen, dreigeteilten Kühlergrill. Die meisten Details aus dem Innenraum sind von der 9-3 Limousine bekannt – allein der Griff für den doppelten Ladeboden im Kofferraum lässt die gestalterische Kreativität der Schweden erahnen: Er sieht aus wie ein Flugzeug und erinnert daran, dass Saab 1937 als Flugzeughersteller („Sverige Aeroplan Aktien Bolaget“) gegründet wurde und noch heute in dieser Branche tätig ist.

Die Flugzeug-Metapher passt am ehesten zum stärksten Modell des 9-3 Sportkombi, denn unter dessen Haube steckt ein nagelneuer 2,8-Liter-V6-Turbomotor, der so weich und zugleich kraftvoll auftritt, dass man tatsächlich auf den Gedanken kommen könnte, hier sei eine Turbine am Werk. Das Aluminiumtriebwerk mit zweiflutigem Turbolader leistet 250 PS, beschleunigt das 4,65 Meter lange und rund 1,6 Tonnen schwere Auto in 6,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h. Die Souveränität, mit der diese Fahrleistungen zur Verfügung stehen, hat ihren Preis: Der Wagen mit dem stärksten Motor kostet mindestens 37 950 Euro.

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