Recht & Steuern
Gestohlener Dienstwagen ist nicht absetzbar

Der Diebstahl des Geschäftswagens während eines Abstechers zum Weihnachtsmarkt kann für Freiberufler teuer werden: Wenn die Kaskoversicherung nicht zahlt, dann scheidet der Abzug des Restwertes des Wagens als gewinnmindernde Betriebsausgabe ebenfalls aus. So entschied es jetzt das Finanzgericht Sachsen-Anhalt zu Lasten eines Arztes.

li DÜSSELDORF. Der Mann fuhr einen Geschäfts-PKW mit einem restlichen Buchwert von rund 22 900 Euro, der im Anlageverzeichnis seines Betriebsvermögens aufgeführt war. Am Abend des 17. Dezembers wollte er bei einem Kollegen Anregungen zur Neugestaltung seiner Praxis holen. Frühzeitig angereist, nutzte er mit seiner Frau die Zeit für einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt, in dessen Nähe er das KFZ abstellte. Als das Ehepaar zurückkam, war der Wagen weg.

Wegen einer schweren Pflichtverletzung zahlte die Kaskoversicherung den Schaden nicht. Der Arzt wollte daraufhin den Verlust wenigstens als Betriebsausgabe von seinem Gewinn abziehen.

Das Finanzamt und das Finanzgericht spielten jedoch nicht mit: Zwar sei als Betriebsausgabe eines Freiberuflers grundsätzlich auch der Verlust von Wirtschaftsgütern denkbar. Es komme aber darauf an, so die Richter, ob der Verlust betrieblich oder privat veranlasst war. Im Fall des Klägers sei der Wagen wegen des Weihnachtsmarktbesuchs nicht betrieblich, sondern privat genutzt worden. Werde ein Fahrzeug während der privaten Nutzung entwendet, etwa auch während einer Urlaubsreise, dann sei zwar von einer „Nutzungs-Entnahme“ in Höhe des restlichen Buchwerts auszugehen. Diese wirke aber nicht gewinnmindernd, sondern gewinnerhöhend.

Aktenzeichen:
FG Sachsen-Anhalt: 2 K 2082/03

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