Regierung fordert höhere Präsenz im Land
Deutsche Autozulieferer müssen nach China

Deutsche Autozulieferer werden ihre Produktion künftig stärker nach China verlagern müssen, wollen sie nicht lukrative Aufträge der großen Hersteller verlieren. Denn die Regierung in Peking zwingt die Autobauer in China seit diesem Monat, einen höheren Anteil Teilen von lokalen Zulieferern zu verarbeiten.

SCHANGHAI. Er soll auf 40 Prozent steigen. Andernfalls fallen hohe Importzölle an, was im ohnehin harten Preiskampf auf dem chinesischen Automarkt ein schwerer Wettbewerbsnachteil für Konzerne wie Volkswagen wäre.

Die Hersteller fordern darum verstärkt eine Präsenz ihrer Lieferbetriebe vor Ort. „Das setzt viele Zulieferer unter Druck, nach China zu kommen und sich dort lokale Partner zu suchen“, sagt Rudolf Colm, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und zuständig für die Koordination im Raum Asien-Pazifik, bei der Autoschau in Schanghai. Auf der Messe sind diesmal rund 50 deutsche Aussteller vertreten – so viele wie nie zuvor. Erstmals ist auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) vor Ort.

Auch VDA-Präsident Bernd Gottschalk sieht in der Zulieferbranche einen neuen Schub ins Reich der Mitte. Nach Verbandsangaben sind gut 110 deutsche Autozulieferer in China vertreten, sie beschäftigen rund 20 000 Mitarbeiter. Und es werden mehr. Schaeffler aus Herzogenaurach etwa will zu seinen drei Produktionsstandorten in China 2006 ein Entwicklungszentrum hinzufügen. Der Kolbenhersteller Mahle eröffnet ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schanghai. Dort will auch der Autokonstrukteur EDAG 1,2 Mill. Euro in eine neue Tochterfirma investieren.

Und Bosch will von 2005 bis 2007 mehr als 500 Mill. Euro in den Ausbau seiner Dieselaktivitäten und in die Produktion von Bremssystemen in China investieren. Der Konzern hat im Reich der Mitte bereits zwölf eigene Firmen und neun Gemeinschaftsunternehmen.

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