Reisemobile und Wohnwagen
Viele Marken in wenigen Händen

Auf Campingplätzen herrscht eine bunte Vielfalt. Allerlei Marken prangen an Reisemobilen und Wohnwagen. Das zeigt sich auch auf der Düsseldorfer Messe „Caravan Salon“. Doch der Schein trügt: Mittlerweile dominieren vier Hersteller den Markt. Viele ehemals unabhängige Marken sind unter ein Konzerndach geschlüft. Den verbliebenen Kleinen bleiben die Nischen.

DÜSSELDORF Die Firma Vario-Mobil spielt in einer anderen Liga: Der Hersteller aus dem niedersächsischen Bohmte konzentriert sich ganz auf Luxusmobile für mehrere hunderttausend Euro. Aus großen Bussen baut er rollende Wohngiganten mit Garage, großen Wassertanks, edlen Möbeln und viel, viel Platz. „Im Wohnraum herrscht der aus den anderen Modellen bekannte Luxus“, schreibt der Hersteller über eines seiner Modelle, „stellenweise erreicht er die Schwelle zur Dekadenz.“ Auf Wunsch stattet das Unternehmen die Wagen mit Granit, feinsten Leder und Blattgold aus.

Weniger als ein Hundertstel aller verkauften Reisemobile ist teurer als 150 000 Euro, wie Ralph Binder sagt, Sprecher des Caravaning Industrie Verbandes. Auf dem Massenmarkt haben vier Unternehmen das Sagen: Hymer, Tabbert, Trigano und Hobby. „Der Markt wirkt vielfältig“, bestätigt Binder, „doch das täuscht." So besitzt Tabbert die bekannten Marken Knauss, Wilk, Weinberg und Eifelland. Die meisten Marken gehören jedoch zu Hymer: Die AG besitzt Niemann & Bischoff, Bürstner und Laika; der Gründer Erwin Hymer selbst hat sich die Marken TEC, LMC und Dethleffs angeeignet.



Flucht in die Nischen

Die verbleibenden Unternehmen konzentrieren sich zumeist auf eher ungewöhnliche Modelle: Die Hersteller GFB etwa hat den Wohnwagen „Paul & Paula“ kreiert, ein Billigmodell ab 4 999 Euro. Anfang des Jahres begann der Hersteller mit der Produktion, 180 Wohnwagen sind seitdem ausgeliefert worden, 600 sollen es in der nächsten Saison sein. Bei jährlich rund 120 000 neu zugelassenen Wohnanhängern in Europa ist das nicht viel.

Auch die Firma Tischer belegt eine Nische: Sie stellt Wohnmodule für Pickups her, die nach dem Huckepack-Prinzip einfach aufgeladen werden. Wer keinen Pickup hat, kann mit diesen Modulen wenig anfangen.

In Deutschland werden mittlerweile 14 von 15 Wohnwagen von den vier Marktführern produziert, und auch bei den motorisierten Reisemobilen dominieren die großen Vier. Die meisten Marken wurden in den 90ern übernommen. Oftmals seien es Familien gewesen, die das Unternehmen schlicht nicht weiterführen wollten, sagt Binder. Manche Hersteller schrieben rote Zahlen, und wurden gekauft, saniert und eingegliedert. Nur die Namen blieben.

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