Rekordminus beim Kraftstoffverbrauch
Deutsche fahren so wenig wie zu Zeiten der Ölkrise

Die Deutschen sind im vergangenen Jahr weniger Auto gefahren und haben deutlich weniger Kraftstoff verbraucht.

HB WIESBADEN. An den Tankstellen ging die Menge des versteuerten Benzins im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent auf 30,7 Milliarden Liter zurück - das war das höchste Minus seit Beginn der Statistik 1970, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. „Ähnliche Werte hat es nur in den Ölkrisen der 70er Jahre gegeben“, sagte ein Statistiker. Die Menge des versteuerten Diesels sank um 4,5 Prozent auf 31,8 Milliarden Liter.

Laut Statistiker haben die Verbraucher ihren Wagen wegen der hohen Benzin- und Dieselpreise öfter stehen gelassen. Zudem verbrauchten Autos weniger, und einige Autofahrer tankten günstiger im Ausland. Das Aufkommen aus der Mineralölsteuer sank insgesamt um vier Prozent auf 40,1 Milliarden Euro. Da seit dem 1. Januar 2004 die Steuersätze weitgehend konstant geblieben seien, hätte sich der Mengerückgang direkt auf den Steuerwert ausgewirkt.

Bei den Haushalten in Deutschland wird Erdgas immer beliebter. 2005 stieg laut Statistischem Bundesamt der Verbrauch des versteuerten Erdgases um 4,1 Prozent auf 895 Millionen Megawattstunden. Der Verbrauch von leichtem Heizöl blieb dagegen mit 27,5 Milliarden Litern nahezu unverändert. „Die Haushalte schichten zunehmend auf Erdgas um“, sagte ein Statistiker.

Die wichtigsten Steuerquellen für den Staat waren 2005 Benzin mit 20,1 Milliarden Euro und Diesel mit 15 Milliarden Euro. Aus dem Verheizen von Erdgas nahm der Staat 4,9 Milliarden Euro ein.

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