Renaissance einer Luxusmarke
Bentleys Kreation: ein eigener Markt

Der Ex-Audi-Chef Franz-Josef Paefgen scheint seinen Frieden beim Nobelkarossen-Hersteller Bentley gefunden zu haben – und führt die Luxusmarke zur Renaissance.

STUTTGART. Taschentuch im Revers, gestreiftes dunkles Sakko, die Haare zurückgekämmt – Franz-Josef Paefgen ist nicht nur äußerlich sehr britisch geworden. Der Bentley-Chef reagiert auch auf provozierende Fragen mit angelsächsischer Gelassenheit. „Ich habe meine Lebensziele erreicht und bin zufrieden“, sagt der ehemalige Audi-Chef. Der 59-jährige hat seinen Frieden bei dem Hersteller von Nobelkarossen gefunden , so scheint es.

Vor vier Jahren war das noch anders. Als Audi-Chef wurde Paefgen damals zum Opfer des Porsche-Enkels Ferdinand Piëch, des heutigen Aufsichtsratschefs beim Mutterkonzern VW. Ähnlich wie vor wenigen Wochen beim jetzigen VW-Chef Bernd Pischetsrieder versuchte Piëch seinerzeit die Demontage per Zeitungsinterview. Was zuletzt nicht klappte, hatte damals Erfolg: Paefgen musste dem Piëch-Vertrauten Martin Winterkorn weichen und wurde zu Bentley gelobt. Außerdem bekam er die Verantwortung für die VW-Forschung und den Rennsport.

Der Erfolg bei Bentley hat die Wunden geheilt. 8 500 Fahrzeuge verkaufte die britische Nobelmarke 2005; vor Paefgens Zeit waren es lediglich 900. Mit der sportlichen Luxuslimousine Continental GT bot Bentley 2003 erstmals ein Fahrzeug unter 200 000 Euro an. Der mit Komponenten des VW Phaeton gespickte „kleine Bentley“ übertraf alle Erwartungen in einem Segment, dass vorher so kaum existierte. Mercedes und Porsche bieten ihre Fahrzeuge in der Regel unter 120 000 Euro an. Rolls-Royce und Maybach liegen dagegen weit über 200 000 Euro. Aber nur 3 500 Nobel-Kunden greifen jedes Jahr ganz oben ins Luxus-Regal.

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