Rettungsplan für Avtovaz: Lada rollt künftig auf westlichen Plattformen

Rettungsplan für Avtovaz
Lada rollt künftig auf westlichen Plattformen

Russlands Regierung bastelt an einem Rettungsplan für Lada: Plattformen aus dem Westen, fünf Mrd. Dollar staatliche Entwicklungshilfe und eine bisher ungekannte Modell-Offensive sollen Russlands maroden größten Autokonzern aus der Krise lenken.

MOSKAU. Avtovaz, der Lada-Hersteller, will zudem Plattformen von Daimler-Chrysler, Renault oder Fiat kaufen, um auf ihnen Ladas von ganz neuer Qualität zu bauen. Das hat Igor Jesipowskij, neuer Generaldirektor des gerade vom staatlichen Rüstungshändler Rosoboronexport mehrheitlich übernommenen Autokonzerns, jetzt angekündigt.

Um Fahrzeuge auf westlichen Plattformen zu bauen, will Jesipowskij neben dem bestehenden Werk in Togliatti an der Wolga – wo im vergangenen Jahr 721 500 Ladas vom Band liefen – eine neue Halle mit einer Produktionskapazität von jährlich 450 000 Wagen errichten. Dort sollen die zwölf neuen Lada-Modelle gebaut werden, mit denen Jesipowskij binnen fünf Jahren den Konzern auf die Überholspur lenken will. Erste Gespräche mit den drei großen europäischen Herstellern habe Lada bereits geführt, sagte der Firmenchef ohne Details nennen zu wollen.

Sollten die Europäer keine Lizenzen für ihre Plattformen verkaufen wollen, werde Avtovaz die Entwicklung neuer Modelle bei einem der führenden europäischen Ingenieur- und Designbüros in Auftrag geben. Moskauer Analysten halten aber den Kauf einer Lizenz des Renault Megane für die wahrscheinlichste Variante, um auf der westlichen Technik ein russisches Modell zu bauen.

Auch Wjatscheslaw Smoljaninow von der Moskauer Uralsib-Bank meint, dass es zur Allianz mit Renault kommen könnte: „Die Kooperation mit Avtovaz würde für die Franzosen den Absatz in Russland deutlich erhöhen.“ Ob aber ein europäischer Autohersteller künftig mit Lada zusammenarbeiten will, hinterfragen andere Analysten. Denn kürzlich wurde das Joint Venture der Russen mit dem weltgrößten Autokonzern General Motors, GM-Avtovaz, für eineinhalb Wochen gestoppt und erst nach Vereinbarung höherer Zahlungen für Lada-Teile beim Bau des Chevrolet-Niva-Geländewagens wieder angefahren. Lada will demnächst grundsätzlich über die Weiterführung des Gemeinschaftswerks entscheiden.

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