Riesenspektakel um neuen Cinquencento
Fiat will Japaner in puncto Qualität schlagen

Der italienische Fiat-Konzern setzt sich ehrgeizige Ziele. „Bis zum Jahr 2008 werden wir die Japaner bei der Qualität schlagen“, sagte der Fiat-Vorstandsvorsitzende Sergio Marchionne bei der Vorstellung des neuen Cinquecentos. Außerdem will das Unternehmen bis 2012 den niedrigsten CO2-Ausstoß in Europa aufweisen, wie Marchionne ebenfalls ankündigte.

TURIN. Mit einem Riesen-Spektakel hat Fiat gestern und heute den neuen 500 vorgestellt – exakt 50 Jahre nach dem Marktauftritt des Originals. Das Auto, das zwischen 10 500 Euro und 14 500 Euro kosten soll, ist nach dem Grande Punto und dem Panda der neue Hoffnungsträger des Konzerns. Der neue Cinquecento ist mit seinen 3,55 Metern ganze 58 Zentimeter länger als das Original und mit seinen bis zu 100 PS auch fast achtmal so stark wie das Auto aus dem Jahr 1957. „Der Cinquecen-to repräsentiert die neue Fiat“, ver-kündet Marchionne.

Fiat will insgesamt 120 000 Cinquecentos jährlich produzieren, kann die Zahl aber noch aufstocken. Bisher setzt Fiat rund die Hälfte seiner Autos im Ausland ab, erklärte heute der Marketing-Chef Luca De Meo. „Aber wir wissen nicht, ob wir den außergewöhnlichen Erfolg des Fiats in Italien im Ausland wiederholen können“, sagte er angesichts der mehr als 25 000 Bestellungen die schon vor der offiziellen Vorstellung eingegangen sind.

In Deutschland sieht De Meo jedoch einen wichtigen Markt für das neue Modell. „In Deutschland können sich die Leute noch an den Cinquecento erinnern„, sagt er, „und wir haben einen super-sicheres und super-spritarmes Auto gebaut. Also genau das, was deutsche Kunden wollen“.

Der Cinquecento könnte also das nächste Erfolgsmodell werden, nachdem Fiat nach langen Krisenjahren die Kehrtwende geschafft hat. Die Autosparte von Fiat ist im vergangenen Jahr dank der Führung des vor drei Jahren angetretenen Sergio Machionne zum ersten Mal seit 2000 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Aktienkurs hat sich innerhalb der letzten beiden Jahre verfünffacht, und in diesem Jahr erhielt das Unternehmen von der Rating-Agentur Fitch zum ersten Mal seit vier Jahren wieder den Investmentgrad-Status. An der Mailänder Börse erreichte die Aktie am Mittwoch ein neues Jahreshoch.

„Fiat besinnt sich in letzter Zeit wieder auf die alten Stärken: Gutes Design auch im Innenraum und italienische Lebensgefühl“, sagt HVB-Analyst Georg Stürzer, „das hatte Fiat in den letzten Jahren vernachlässigt“.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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