Rückabwicklung wegen Beule im Kotflügel
Autokauf: Verkäufer in der Beweispflicht

Wenn ein Käufer eines Gebrauchtwagens später Mängel feststellt und sagt, sie existierten schon vor dem Kauf, muss der Verkäufer das Gegenteil beweisen.

DÜSSELDORF. Ein Autofahrer erwarb einen Ford Fiesta für 11 500 Euro. Er unterzeichnete ein Übergabeprotokoll, in dem er den einwandfreien Zustand des Autos bestätigte. Doch vier Wochen später fiel ihm eine kleine Beule im Kotflügel auf. Er forderte den Autohändler auf, die Beule zu beseitigen. Der weigerte sich: Bei der Übergabe sei der Kotflügel unbeschädigt gewesen, das habe der Käufer doch per Unterschrift bestätigt. Die Weigerung brachte den Autokäufer auf die Palme, er forderte die Rückabwicklung des Geschäfts.

Zu Recht, entschied der Bundesgerichtshof (VIII ZR 363/04). Fordere ein Käufer binnen sechs Monaten nach Übergabe die Behebung eines Schadens, sei davon auszugehen, dass dieser schon vor dem Kauf existierte - es sei denn, der Verkäufer beweise das Gegenteil. Das gelte auch für Schäden, die jederzeit auftreten könnten. Zur Rückabwicklung seien Händler jedoch nicht verpflichtet, wenn der Mangel unerheblich sei. Ob das bei der Beule zutrifft, muss das Oberlandesgericht Stuttgart prüfen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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