Rückrufaktion
Toyota muss massenweise Airbags austauschen

Der japanische Autobauer Toyota muss weltweit mehr Airbags zurückrufen als bisher angenommen. Insgesamt werden 2,27 Millionen betroffene Autos erwartet. Die Rückrufaktion gilt nicht für Fahrzeughalter in Europa.
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Tokio/KölnDer japanische Autobauer Toyota hat seine weltweite Rückrufaktion wegen möglicher Airbag-Probleme noch einmal ausgeweitet. Insgesamt ordert der Konzern nun 2,27 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch in Tokio mitteilte. Betroffen seien 20 Toyota-Modelle, darunter Corolla und Yaris.

Schon im April vergangenen Jahres hatte Toyota die Schwierigkeiten beim Beifahrer-Airbag öffentlich gemacht und eine Rückrufaktion für insgesamt 1,73 Millionen Fahrzeuge gestartet. In Europa waren damals 660.000 Fahrzeuge betroffen, davon 75.000 in Deutschland, wie ein ein Sprecher von Toyota Deutschland in Köln sagte. Bei den ersten 80.000 Fahrzeugen in Europa seien die beanstandeten Teile mittlerweile ausgetauscht.

Von der Ausweitung der Rückrufaktion auf nun 2,27 Millionen Wagen seien nur Fahrzeughalter außerhalb Europas betroffen, sagte der Sprecher weiter. „In Europa sind keine zusätzlichen Fahrzeuge hinzugekommen“, betonte er. Bei defekten Wagen kann es passieren, dass sich der Beifahrer-Airbag nicht ordnungsgemäß aufbläst. Konzernangaben zufolge kann es sogar zum Brand oder zu Verletzungen kommen: Ein Kunde in Japan habe sich beschwert, weil der Beifahrersitz seines Fahrzeugs teilweise in Brand geraten sei, teilte ein Unternehmenssprecher in Japan mit. Bislang sei es wegen des Problems aber nicht zu ernsthaften Verletzungen oder Unfällen gekommen.

Die Ausweitung der Rückrufaktion ist nicht die erste Order dieser Art für dieses Jahr bei Toyota: Erst im April hatte der Konzern 6,39 Millionen Autos wegen einer Reihe technischer Probleme in die Werkstätten zurückgerufen. Im Februar hatte der Autobauer wegen Softwareproblemen eine weltweite Rückrufaktion für 1,9 Millionen Prius-Modelle angestoßen. Zwischen 2009 und 2011 hatte Toyota rund zwölf Millionen Autos weltweit zurückgerufen, nachdem Probleme mit klemmenden Gaspedalen mehrere tödliche Unfälle verursacht hatten. Toyota erklärte damals, dass sich rutschende Fußmatten mit den Pedalen verhaken könnten und der Fehler behoben sei. Dabei verschwieg der Autobauer der Öffentlichkeit und den Behörden aber, dass auch bei den Gaspedalen selbst ein Produktionsfehler festgestellt wurde.

Erst nach und nach räumte er das ganze Ausmaß der Probleme ein. Im Februar einigte sich Toyota mit der US-Justiz auf die Zahlung von 1,2 Milliarden Dollar (860 Millionen Euro), um einem Strafverfahren zu entgehen.

Möglicherweise müssen noch mehr Autos anderer Hersteller zurück in die Werkstätten. Der japanische Zulieferer Takata erklärte am Mittwoch, in einer Fabrik in Mexiko habe es Dokumentationsfehler gegeben. Eventuell seien weitere Reparaturen notwendig. In dem Werk seien 2001 und 2002 möglicherweise defekte Generatoren produziert worden, die den Airbag im Notfall mit Gas befüllen sollen. In den vergangenen fünf Jahren wurden bislang bereits weltweit mehr als sieben Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags zurückgerufen.

Honda, Nissan und Mazda teilten mit, derzeit zu prüfen, ob ein weiterer Rückruf erforderlich sei. Dagegen erklärte BMW, keine Auswirkungen auf seine Fahrzeuge zu sehen. Toyota begründete den erweiterten Rückruf damit, dass die von dem Autozulieferer genannten Seriennummern der explosionsgefährdeten Generatoren nicht vollständig gewesen seien.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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