Opel stoppt Ampera-Auslieferung

Rückschlag für Elektro-Auto
Opel stoppt Ampera-Auslieferung

Nachdem mehrere Chevrolet Volt bei US-Crashtests in Flammen aufgingen, stoppt Opel die Auslieferung des technisch baugleichen Elektroautos Ampera. Mitten in der laufenden Markteinführung ist das ein Desaster.
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Rüsselsheim

Schlechte Nachrichten für die deutsche GM-Tochter und die Kunden, die sich eines der ersten Elektrofahrzeuge aus Massenproduktion leisten wollen: Opel verzögert die Auslieferung des Plug-in Hybridfahrzeugs Ampera an die Kunden. Zwar hat die Belieferung der Händler mit dem Fahrzeug in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden begonnen, doch bevor die Fahrzeuge in Kundenhand gelangen, will Opel die Untersuchungsergebnisse von US-Behörden abwarten.

Der Hintergrund: Drei Wochen nach einem Crashversuch mit dem technisch baugleichen Chevrolet Volt hatte das Fahrzeug Mitte des Jahres 2011 Feuer gefangen. Und die genaue Ursache ist bisher ungeklärt. Bei drei weiteren Crashversuchen mit dem Volt habe es zwei weitere Brände gegeben, teilte die US-amerikanische Straßenverkehrs-Sicherheitsbehörde NHTSA mit.

Was war passiert? Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte den Volt schon im Mai einem Crash-Test unterzogen. Der Wagen war von der Seite gerammt worden, das Auto erhielt aber zunächst sogar fünf Sterne für seine Sicherheit, dann stand der gecrashte Testwagen rund drei Wochen unbeachtet herum, - bis er unerwartet in Flammen ausbrach.

Wie die Behörde später feststellte, war das Kühlsystem für die Lithium-Metalloxid-Batterien des südkoreanischen Herstellers LG Chem Ltd bei dem Aufprall beschädigt worden. Mit der Zeit erhitzte sich der Akku. Bei weiteren Crash-Tests schlugen teils schon nach Stunden Funken aus dem beschädigten Batteriepack. Die NHTSA machte den Vorfall im November 2011 öffentlich und leitete eine Untersuchung ein.

Das hatte auch beim Konzern Konsequenzen: GM-Chef Dan Akerson kündigte an, dass die Batterien des Volt möglicherweise nochmals überarbeitet werden könnten. Beschädigte Elektroautos sollen nach einem Unfall auf keinen Fall in einer Garage oder neben anderen Fahrzeugen geparkt werden, empfahl die NHTSA den Elektroauto-Besitzern, denn der Verkauf des für GM so wichtigen Imageträgers war bereits angelaufen.

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Kommentare zu "Opel stoppt Ampera-Auslieferung"

Alle Kommentare
  • Der Auslieferungsstopp ist konsequent und richtig, bis die Ursache für die Entzündung bei einem beschädigten Akku gefunden ist. Wasser auf die Mühlen der Zweifler die schon immer gewusst haben, dass ein elektrischer Antrieb Teufelszeug ist.
    Evtl. war es ein Fehler Akkus von LG-Chem mit Metalloxid-Chemie im GM-Volt einzusetzen. LG war zu dem Zeitpunkt führend in der Li-Ion-Technologie. Interessant ist dass GM für das nächste geplante Auto mit elektrischem Antrieb (GM Spark) Akkus von A123 Systems einsetzen will, weil diese eine Chemie mit Eisenphosphat benutzen, die wesentlich stabiler ist und bei Beschädigung nicht zu einem Brand führt.
    Ich hoffe die anderen Hersteller lernen aus den Problemen von GM/Opel auch etwas.

  • Ein Fahrzeug, das von 600km etwa 540 km mit Benzinmotor fährt, als Elektroauto zu bewerben, ist Betrug!

  • Sie sollten sich mal die technischen Einzelheiten des Opel Ampera ansehen. Dann würden Sie wahrscheinlich zu einem anderen Urteil kommen.
    Der Hauptantriebsmotor im Ampera ist ein Elektromotor. Ohne diesen fährt das Fahrzeug keinen Meter. Der Benzinmotor treibt einen Generator an und kann in einer weiteren Betriebsart auch mechanisch den Antrieb unterstützen.
    Weil die allermeisten Fahrten von ganz vielen Autofahrern innerhalb der elektrischen Reichweite (60 km) des Ampera liegen, können dieses rein elektrisch zurückgelegt werden.
    Es gibt GM Volt Fahrer in den USA, die praktisch nur elektrisch unterwegs sind und nur gelegentlich Benzin tanken müssen.
    Wenn ausnahmsweise mal eine längere Strecke als 60 km zu fahren ist, dann kann man das ohne den Akku aufzuladen. Das ist der Sinn des Reichweitenverlängerers (Benzinmotor) im Ampera.

  • Schön, dass dieser Konzern bereits 1998 ein funktionsfähiges, echtes Elektroauto erfolgreich gebaut hatte. Der EV1! Leider musste die Öl- und Fininzlobby dieses Auto töten, da es zu gut für die Menschheit war. Wacht auf! Informiert euch richtig!
    Sucht mal nach "warum das Elektroauto sterben musste"...

    *Wachstum heißt nicht Entwicklung*

  • Wir glauben an das ewige Wachstum und an ewige Nachschuldner, an die Thesen der Klimakatastrophen-Spesen-Ritter, an die Werthaltigkeit von Papiergeld, die Redlichkeit unserer marginalisierten Politiker und an das Elektro-Auto natürlich. Man müsste eine neue Behörde, möglichst auf EU-Ebene einrichten, die jegliche Äußerungen und Verstöße von (politisch unkorrekten) Nihilisten mit inquisitorischen Mitteln emphatisch ahndet.

  • Egal wie der Hauptantriebsmotor heist. Benzin wird verbraucht und davon viel. Ca. 8L auf 100Km ab den zweiten 100 Km. Wenn der Wagen jetzt noch abbrennt, ist er politisch tot.

  • Wer täglich lange Strecken fährt, sollte sich lieber einen sparsamen Diesel kaufen. Dafür ist der Ampera nicht gemacht. Aber es gibt genügend Menschen, die den Ampera weitgehend elektrisch fahren könnten. Es zählt der Gesamtverbrauch an Energie über das gesamte Autoleben.
    Beim Auto mit Verbrennungsmotor ist der Verbrauch nach dem Kaltstart astronomisch hoch 10-20L/100 km.
    Ein Elektroauto kennt keinen Kaltstart. Das fährt schon auf dem ersten km so effizient wie es eben geht.

    Und wenn es nach der Feuergefährlichkeit geht, wären Automobile mit Benzintank nach Ihrer Logik schon längst politisch tot. Wie viele Menschen sind nach einem Unfall schon eingeklemmt in Ihrem Auto verbrannt ?

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