„Saisonabhängige Depression“
Herbstmüdigkeit birgt Unfallrisiko

dpa/gms BONN/STUTTGART. Der Herbst ist eine eher ungemütliche Jahreszeit, die vielen Menschen schwer aufs Gemüt drückt. Sie sind matt und müde und können sich schlechter konzentrieren. Für Autofahrer bedeutet diese Herbstmüdigkeit ein besonderes Risiko.

Der Grund für das verstärkte Schlafbedürfnis vieler Menschen im Herbst ist nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) in Bonn die „saisonabhängige Depression“ (SAD). Die Symptome äußern sich in Müdigkeit, die Betroffenen fühlen sich matt, niedergeschlagen und antriebslos. Hauptursache ist laut DVR das fehlende natürliche Sonnenlicht. Bei längerer Dunkelheit erhöht sich im Körper die Produktion des Hormons Melatonin, das das Schlafbedürfnis regelt.

„Manche Menschen reagieren besonders sensibel auf diesen Stoff“, erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Verkehrsteilnehmer, die unter SAD leiden, seien dann möglicherweise den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen.

Ohnehin ermüden Autofahrer im Herbst und Winter schneller, sagt DVR-Sprecher Bernd Kulow: „Das Fahren in der Dämmerung ist anstrengender.“ Außerdem würden die Augen bei den durch Nebel, Niesel und Regen zusätzlich schlechteren Sichtbedingungen stärker belastet.

Leider werde Müdigkeit jedoch von vielen unterschätzt. „Müdigkeit bewirkt ähnliche Effekte wie das Fahren unter Alkoholeinfluss“, warnt Kulow. So können die Wahrnehmung getrübt und Reaktionszeiten herabgesetzt sein. Außerdem droht der gefährliche Sekundenschlaf.

Um der Herbstmüdigkeit entgegenzuwirken, kann nach Angaben des ACE viel Bewegung an der frischen Luft helfen. Auch eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann sinnvoll sein. DVR-Sprecher Kulow empfiehlt Berufspendlern zudem, abends rechtzeitig ins Bett zu gehen, um morgens ausgeschlafen zu sein. „Wichtig ist, für sich herauszufinden, wie der Körper reagiert“, rät Kulow. Wer etwa feststellt, dass er im Herbst morgens schlecht in die Gänge kommt, sollte sich für Aufstehen und Frühstück mehr Zeit lassen.

Gut ausgeruht und fit am Steuer können es Autofahrer auch viel besser mit den Widrigkeiten der Herbstzeit aufnehmen. So lauern bedingt durch die sich verschlechternde Witterung viele Gefahren. Herabgefallenes Laub kann beispielsweise Straßen in Rutschbahnen verwandeln. Durch Nässe droht Aquaplaning, und bei sinkenden Temperaturen kann sich nachts und am frühen Morgen besonders auf Brücken, in Senken und Waldstücken tückisches Glatteis bilden.

Nicht zu unterschätzen sind außerdem Gefahren durch Windböen. „Wind kann mit seinen enormen Kräften Fahrzeuge jeder Größe von der Spur abbringen“, warnt der TÜV Süddeutschland in München. Autofahrer sollten daher bei Wind Abstand halten und das Tempo verringern.

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