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Appartement auf Rädern

Der Traum von Freiheit und Unabhängigkeit erfüllt sich schon beim Ankoppeln des Wohnwagens. Einfach losfahren und sich an den schönsten Plätzen niederlassen, mit ein paar Handgriffen das Vorzelt samt Klapptisch und Liegestuhl aufstellen - rund eine Million Fahrzeughalter in Deutschland bevorzugen diese Form des Sommerurlaubs.

DÜSSELDORF. Reisen im Caravan ist beliebter denn je. Die Zahl der Appartements auf Rädern steigt kontinuierlich: Rund 5 000 Neubesitzer von Wohnwagen und Reisemobilen registriert das Kraftfahrt-Bundesamt pro Jahr. Dabei zeichnet sich ein Trendwechsel ab. Die klassische Form des Caravan-Urlaubs, mit dem Wohnwagen durch die Lande zu ziehen, verliert Anhänger.

Viele Camper steigen auf die deutlich teureren Reisemobile um. So wuchs 2004 die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile um 8,5 Prozent auf 19 320. Über 380 000 Haushalte, insbesondere einkommensstarke Paare in der Altersgruppe ab 50, haben sich den Traum vom Reisemobil bereits verwirklicht. Der Zuwachs reicht aus, um der Freizeitfahrzeugindustrie Umsatzsteigerungen von mehr als zehn Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro zu bescheren, wie der Caravaning Industrie Verband meldet.

Mehr Luxus

Vom Trend zu mehr Luxus profitieren die drei führenden Hersteller Hymer, Hobby und Knaus. Während der Durchschnittspreis für Wohnwagen bei knapp 14 000 Euro stagniert, legen die Reisemobile kräftig zu. Rund 50 000 Euro sind Neukäufer bereit, für ein Reisemobil auszugeben.

1998 waren es erst 40 000 Euro. Dabei werden die Gefährte immer automobiler. So beobachtet Hymer-Vertriebsvorstand Hans-Jürgen Burkert, dass die Modelle kürzer, schmaler und damit alltagstauglicher werden. Die Kunden wollen das Reisemobil nicht mehr nur als Wohnwagen mit integriertem Cockpit nutzen, sondern auch als leicht manövrierbaren Zweitwagen - und trotzdem auf die komplette Grundausstattung zurückgreifen. Küche, WC und Bad sind mittlerweile Standard. Gegen Aufpreis gibt es noch Extras wie Fußbodenheizung oder Rückfahrkamera.

Billige Einsteigermodelle

Gleichzeitig kämpft die Branche gegen ein Imageproblem. Als klassische Wohnwagen-Urlauber gelten immer noch - wie in der Fernsehserie "Die Camper" zu sehen - die Feinrippunterhemd-Camper mit Bierdose und Badelatschen.

Trotzdem wagen die Wohnwagenanbieter jetzt den Versuch, zusätzliche Kundengruppen mit einer Ausweitung der Produktpalette auch nach unten zu gewinnen. Insbesondere Familien mit Kindern ab vier Jahren sollen die ungezwungene Atmosphäre auf dem Campingplatz als Alternative zu Billigairlines und Pauschalarrangements der Touristikkonzerne entdecken. So stellt Eifelland mit dem Deseo jetzt ein preisgünstiges Einsteigermodell für 6000 Euro vor, das auf jeglichen Schnickschnack verzichtet und sogar die obligatorischen Stauschränke durch einfache Ablagen mit Stofffronten ersetzt.

Quelle: Wirtschaftswoche

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