„Schön, wieder hier zu sein“
Zetsche bleibt Mercedes-Chef

Der designierte Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat bei Mercedes auch in Zukunft das Sagen. Er gehe die Aufgabe "mit ganzem Herzen, voller Freude und für einen unbegrenzten Zeithorizont" an, sagte Zetsche am Montag bei der Vorstellung der neuen S-Klasse auf der Automesse IAA in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Zetsche hatte zum 1. September die Verantwortung für Mercedes übernommen, nachdem der bisherige Chef Eckhard Cordes zurückgetreten war. Zum Jahresanfang folgt Zetsche Jürgen Schrempp an der Konzernspitze nach. Bislang war in der Branche davon ausgegangen worden, dass Zetsche nur für ein bis eineinhalb Jahre an der Spitze der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) stehen werde. Zwischen Cordes und Zetsche hatte es ein erbittertes Rennen um die Nachfolge an der Konzernspitze gegeben. Aus Enttäuschung über seine Niederlage reichte Cordes dann beim Aufsichtsrat seine Kündigung ein und verließ das Unternehmen Ende August.

Zetsche zelebrierte seinen ersten großen Publikumsauftritt als designierter Daimler-Chrysler-Chef souverän und betont lässig. Auf die Bühne der Festhalle auf dem Frankfurter IAA-Gelände rollte am Montag zunächst nicht die mit Spannung erwartete neue S-Klasse, sondern ein knallroter Jeep. Am Steuer Zetsches Nachfolger bei Chrysler, Tom LaSorda, auf dem Beifahrersitz der Mercedes-Boss mit Lederjacke und Baseball-Cap. "So, jetzt musst du allein weitermachen, mach's gut, Dieter", sagte LaSorda und überließ seinem Ex-Chef die Bühne.

Zetsche, der in den vergangenen fünf Jahren Chrysler erfolgreich saniert hatte, zog sich dann mit den Worten "Schön, wieder hier zu sein" ein graues Business-Jackett an. Ganz so locker wie in den USA, wo Zetsche früher bei Fahrzeugpremieren auch schon mal im Renndress oder mit E-Gitarre auftrat, sollte es auf der IAA dann doch nicht zugehen. Dennoch zeigte sein Auftritt, warum sich der Nachfolger von Jürgen Schrempp an der Konzernspitze in seiner Zeit als in Detroit den Ruf eines sympathischen Kommunikators erworben hatte.

Flott und unprätentiös präsentierte er die Weltpremieren von Daimler-Chrysler auf der IAA, darunter die neue S-Klasse, das Flaggschiff des Autobauers. "Nach zwölf Tagen im Amt eine neue S- Klasse präsentieren zu können, ist mehr, als man sich wünschen kann", sagte Zetsche. Dabei dankte er seinen Vorgängern, von denen der langjährige "Mr. Mercedes" Jürgen Hubbert, unter dessen Ägide die neue S-Klasse entstanden ist, stolz in der ersten Reihe Platz genommen hatte. Zetsches direkter Vorgänger Eckhard Cordes, der im Zorn aus dem Konzern geschieden war, war nicht anwesend.

Ausführlich würdigte Zetsche, der im Januar an die Konzernspitze vorrückt, die vielen neuen Sicherheitsfeatures des Autos, das "seit 40 Jahren unangefochten Marktführer ist." Dann gab es eine Show ganz nach dem Geschmack des nun unumstrittenen Herrschers im Stuttgarter Daimler-Chrysler-Konzern: Trapezkünstler und Trommler schwebten vom Himmel, als die S-Klasse auf die Bühne fuhr. Am Steuer Erja Häkkinen, auf dem Beifahrersitz ihr Mann, Ex-Formel-Eins-Weltmeister Mika Häkkinen. Auf dem Nummernschild der Luxuslimousine war abzulesen, wer auch bei Mercedes jetzt für unbestimmte Zeit das Sagen hat: "S-DZ 2005" (wie Dieter Zetsche).

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