Segway
Stehen to go

Vom Auto bleiben nur Lenksäule und zwei Räder: Segways sind die Antithese zum Pkw. Sie könnten zur Alltagsikone des Nachhaltigkeits-Lifestyle werden, meint Thomas Groß.
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Hamburg/BerlinWege, sich durch die Stadt zu bewegen, gibt es viele, mit den wenigsten allerdings kann man seine Mitmenschen noch überraschen. Sollten Sie also beim Blick aus dem Seitenfenster den Eindruck gewinnen, gerade von einem enorm beschleunigenden Fußgänger überholt zu werden, so muss es sich dabei entweder um einen fliegenden Teppich handeln oder einen Segway.

Technisch gesehen, ist darunter die rollende Antithese zum herkömmlichen Automobil zu verstehen – vom ganzen Blech bleiben bloß die Lenksäule und ein Räderpaar –, ästhetisch bietet der Segway die einmalige Chance, rasches Vorankommen mit den Erfordernissen gesteigerter Coolness zu verbinden.

Segwayfahren ist sozusagen Stehen to go: Man präsentiert sich der Öffentlichkeit in voller physischer Schönheit, ohne den Eindruck des Statuarischen durch schweißtreibendes Strampeln zu trüben, eine gewisse Mind-Body-Balance natürlich vorausgesetzt: Vornüberbeugen heißt Gas geben, zurücklehnen bremst, den Rest besorgt ein eingebauter Chip, der 1.000-mal pro Sekunde die Körperhaltung analysiert.

Einsatzmöglichkeiten bieten sich im Tourismus, der dieser rund zehn Jahre alten Technologie gerade einen massiven lebensweltlichen Durchbruch beschert – in der Hauptstadt ist man vor Segways nirgends mehr sicher –, doch auch die Polizei testet derzeit Risiken und Chancen in der Verbrechensbekämpfung.

Wir finden das vorbildlich, denn der Segway sichert mit seinem Elektromotor Mobilität, ohne der Umwelt zu schaden, er ist eine andere Art von Sports Utility Vehicle (SUV) und besitzt überdies eine futuristische Eleganz, wie wir sie zuletzt in Jacques-Tati-Filmen gesehen haben. Trendsprachlich formuliert: Der Segway hat das Zeug, zur ersten Alltagsikone des sogenannten Lifestyle of Health and Sustainability aufzusteigen.

Gerüchte besagen, Brad Pitt werde demnächst vom Tesla Roadster auf einen Segway umsteigen, ein Bond mit Segway-Verfolgungsjagden scheint eine reine Frage der Zeit. Vollumfänglich wollen wir das aber erst glauben, wenn Claudia Roth damit zur Arbeit gecruist kommt.

Kommentare zu " Segway: Stehen to go"

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  • Das Segway Gefährt ist natürlich "cool", - aber mit 8000 Euro extrem teuer.
    Selbstbausätze die vergleichbares können, gibt bereits unter 1000 Euro.

  • Notfalls geht´s auch ohne Strom, aber bei einer echten Panne nehme ich Ihr Angebot gerne an. ;-).
    PS. Ich hab auch noch 3 echte steuer- und TÜV-pflichtige Fahrzeuge mit insgesamt 10 Rädern und insgesmat ca 150! PS in den Garagen stehen.
    Also notfalls komme ich auch noch mit Rollstuhlfahrern und auf der Autobahn, oder mit sehr viel Gepäck zurecht.

  • Ach wissen Sie: Wenn ich ökologisch korrekt unterwegs sein will (und das will ich immer, wenn es Zeit, Strecke, Wetter und Zuladung zulassen), dann tue ich das mit einem FAHRRAD - ohne Elektroprothese. Ist auch besser gegen den Bauch.

    Ansonsten hat mein Neuer ab Herbst ökologisch unkorrekte 2,8 Tonnen und ist so groß, dass selbst noch so Interessierte Sie an der Ampel mit dem Pedelec garnicht sehen können wenn Sie neben mir stehen. Und warum ? Weil es geht ! Ich nehme Sie dann aber gerne trotzdem mit bis zur nächsten Steckdose, wenn der Akku mal leer ist.

    Ansonsten hat mein neues Gefährt ab Herbst

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