Selbstzünder im Sinkflug
Diesel-Anteil geht zurück

Der Diesel verliert an Dominanz. Im Dezember sank sein Anteil an den Pkw-Neuzulassungen auf einen Tiefstwert. Analysten rechnen mit einem weiteren Absturz.

Der Dieselanteil bei Neuwagen in Deutschland ist im Dezember 2016 auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren gesunken. Die Quote lag mit 43,3 Prozent 1,6 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert, vom Stand aus dem Dezember 2015 trennen sie sogar 4,1 Prozentpunkte, wie das Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat.

Auch im Gesamtjahr ist der Dieselanteil gegenüber 2015 gesunken: Von rund 48 auf knapp 46 Prozent. Hauptgrund für diese Entwicklung ist in den Augen von CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer die nicht abreißende Liste von Skandalen und Diskussionen um den Diesel.

Für die kommenden Monate erwartet er eine Fortsetzung des Trends: Bis zum Herbst sinkt die Selbstzünderquote demnach unter die 40-Prozent-Grenze. Darüber hinaus rechnet Dudenhöffer mit einem möglichen Ende der Steuerbegünstigung für Diesel, wodurch die Quote noch weiter sinken dürfte.

Auch europaweit befindet sich der Diesel auf dem Rückzug, wie bereits im November eine Studie der Marktforschungsagentur LMC Automotive prognostiziert hat. Demnach könnte sein Anteil 2016 erstmals unter die 50-Prozent-Marke gefallen sein, für den Beginn der 2020er-Jahre rechnen die Experten nur noch mit einem Marktanteil von 40 Prozent. Noch 2011 war in knapp 56 Prozent aller neuen Pkw in Westeuropa ein Dieselmotor montiert.

In den USA, die schon immer ein Benziner-Land waren, stürzt der Selbstzünder derweil in die Bedeutungslosigkeit ab. Im abgelaufenen Jahr waren lediglich noch 0,1 Prozent der rund 17,5 Millionen neu zugelassenen Pkw mit einem Selbstzünder-Motor ausgestattet, wie der Branchenverband VDA am Rande der Auto Show in Detroit mitteilt. Im Vorjahr lag die Quote noch knapp oberhalb von einem Prozent.

Neben dem allgemeinen Imageverlust durch den Emissionsskandal dürfte auch der Diesel-Verkaufsstopp von VW eine Rolle gespielt haben. Der Konzern musste 13 Modelle mit Dieselmotor vom Markt nehmen.

Im laufenden Jahr könnte der Absatz jedoch wieder leicht steigen, da mit dem Chevrolet Cruze und dem Mazda CX-5 zwei neue Dieselmodelle auf den Markt kommen.

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