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Sinnvolle Utensilien für lange Autofahrten

Es ist kaum möglich, sich für alle Eventualitäten bei längeren Autofahrten zu wappnen. Aber ganz ohne Vorsichtsmaßnahmen sollte niemand, der geschäftlich oder privat viel unterwegs ist, seine Touren antreten.

dpa/gms MüNCHEN/BONN. Es ist kaum möglich, sich für alle Eventualitäten bei längeren Autofahrten zu wappnen. Aber ganz ohne Vorsichtsmaßnahmen sollte niemand, der geschäftlich oder privat viel unterwegs ist, seine Touren antreten.

Mit Mülltüte, Klebeband und etwas Draht kommen Autofahrer beispielsweise sogar mit einer zersplitterten Glasscheibe oder einem schleifenden Auspuff noch wenigstens bis zur nächsten Werkstatt.

Der schwere Werkzeugkasten sollte allerdings zu Hause zu bleiben. In der Regel sind Autos mit dem für einen Reifenwechsel notwendigen Werkzeug ausgestattet. Mehr muss auch gar nicht mit: „Bei modernen Autos kann der Fahrer ohnehin nichts selbst reparieren“, sagt Rainer Hillgärtner, Sprecher des Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Vor allem wenn es um die Elektronik geht, heißt es: „Finger weg“. Da macht der Laie unter Umständen nur noch mehr kaputt.

Auch Maximilian Maurer vom Adac in München bedauert, dass heute Reparaturen, die er früher selbst erledigen konnte, in der Regel ein Fall für die Werkstatt sind. Dennoch hat der Kfz-Technik-Experte stets ein kleines Notfall-Set im Kofferraum: Darin befinden sich neben Schraubenzieher und Zange zum Beispiel eine Rolle Isolierband, Draht und Arbeitshandschuhe.

Mit dem Draht lässt sich laut Maurer kurzfristig ein abgerissener Auspuff befestigen: „Dann kommt man wenigstens noch in die nächste Werkstatt.“ Das Isolierband eignet sich unter anderem dazu, einen über Nacht vom Marder angefressenen Kühlschlauch zu flicken. Auch Klebeband liegt in Maurers Kofferraum: Wenn unterwegs eine Scheibe eingeschlagen wird, lässt sich das kaputte Fenster so provisorisch abdichten. „Eine Mülltüte habe ich ebenfalls stets dabei.“

Josef Weiß von der Deutschen Verkehrswacht in Bonn macht auf das Thema Sicherheit aufmerksam: „Ich empfehle eine Warnweste.“ Die ist besonders dann sinnvoll, wenn bei Dunkelheit auf der Landstraße oder Autobahn eine Panne auftritt und zum Beispiel ein Reifen gewechselt werden muss. In manchen europäischen Ländern wie Österreich und Frankreich ist das Mitführen und das Tragen der leuchtfarbenen Textilien bei einer Panne inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Im bergigen Gelände werden Autos besonders beansprucht - „vor allem wenn es in Serpentinen bergab geht“, sagt ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Weil der Öl-Verbrauch dann steigt, kann es für Reisenden in den Alpen nicht schaden, ein oder zwei Liter Öl extra in den Kofferraum zu packen. Geht es an abgelegene Orte, könnte ein Ersatzkanister mit Sprit sinnvoll sein. Josef Weiß von der Verkehrswacht weist jedoch darauf hin, dass das Mitführen von Benzinkanistern in einigen Ländern verboten sein kann. Ratsam ist es vor längeren Touren ins Gebirge auf jeden Fall, die Bremsanlage in der Werkstatt prüfen zu lassen.

Ebenfalls auf die Liste der sinnvollen Utensilien für lange Autofahrten gehört ein kleiner Kanister mit Wasser: zum Händewaschen nach einem Reifenwechsel oder als Kühlwasserersatz. Um Durst zu löschen, sollte auch im Fahrgastraum eine Flasche Wasser vorhanden sein. Um Verletzungen vorzubeugen, ist eine Plastik- besser als eine Glasflasche. Im Winter darf es auch eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee sein. Auch fester Proviant sollte nicht fehlen. „Wenn es auf der Autobahn einen Unfall gibt, sitzt man ganz schnell in einem lange andauernden Stau“, warnt Josef Weiß. In solchen Fällen weiß man eine Scheibe Brot zu schätzen.

Auch ohne Unfall kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Bestimmte Straßen sind berüchtigt für Staus. Schon vor der Reise sollte daher ein „Plan B“ ausgearbeitet und eine mögliche Ausweichstrecke ausfindig gemacht werden.

Wer häufig längere Touren mit dem Auto macht, sollte laut Maximilian Maurer überlegen, ob er statt des Notrades nicht ein vollwertiges Ersatzrad mitführt. Vorgeschrieben ist die Mitnahme von Verbandskasten und Warndreieck. Bei längeren Autofahrten sollte laut Josef Weiß auch ein Handy verfügbar sein. Nicht um damit während der Fahrt ein Schwätzchen zu führen, sondern um im Notfall die Polizei, den Rettungsdienst oder einfach nur die Pannenhilfe zu alarmieren.

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