Ski-Jörging: Schlittenfahrt mit 575 PS

Ski-Jörging
Schlittenfahrt mit 575 PS

Beim Ski-Jöring zieht ein Pferd einen Skiläufer möglichst schnell über Eis und Schnee. Irgendwann stellte bei Bentley jemand die Frage, ob Ski-Jöring auch mit einem 575 PS starken GT funktioniert.
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GstaadSki-Jöring ist eine traditionelle Wintersportart aus Skandinavien. Dabei geht es darum, dass sich ein Skifahrer von einem Pferd ziehen lässt. Bei ordentlichem Galopp und kurvenreichem Kurs generiert das ein eindrucksvolles Spektakel, vor allem im Wettbewerb mehrerer Gespanne. Im Zeitalter der Motorisierung folgten dann auch ein Ableger des Ski-Jörings, mit Skidos als Zugfahrzeugen.

Irgendwann stellte jemand im Dienste von Bentley die Frage, ob Ski-Jöring auch mit einem 575 PS starken Bentley GT funktioniert. Da sich solche Fragen nur im Rahmen einer praktischen Übung eindeutig beantworten lassen, lud die Manufaktur aus dem Volkswagenkonzern eine kleine Schar internationaler Journalisten ins schweizerische Gstaad, um die Probe aufs Exempel zu wagen.

Etwas mit einem Bentley zu unternehmen, was eher unorthodox erscheint, als dem pragmatischen Ideal der reinen Fortbewegung zu huldigen, gehört zur Tradition der englischen Manufaktur seit den Tagen der legendären "Bentley Boys" in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Diese Liga der außergewöhnlichen Gentlemen setzte sich aus einer Gruppe junger Männern zusammen, die als Piloten, Industrielle, Literaten, Abenteurer und einfach Männer von Stand eine gemeinsame Leidenschaft teilten, nämlich den Rennsport. Alleine zwischen 1927 und 1930 holten die "Bentley Boys" viermal hintereinander den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans für die Marke. Dabei engagierten sich die Jungs nicht alleine als Fahrer, sie entwickelten praktisch in Eigenregie die Autos zu wettbewerbsfähigen Fahrzeugen, bauten und warteten sie.

Diese Tradition des unkonventionellen Umgangs mit einem Bentley wieder zu beleben, ist eine der eher angenehmen Aufgaben, die sich die verantwortlichen Öffentlichkeitsarbeiter in Crewe auf die Fahnen geschrieben haben. So beschlossen sie beispielsweise Anfang 2011, dass es doch wieder einmal an der Zeit wäre, den Geschwindigkeitsweltrekord für Automobile auf Eis zu brechen, um einmal mehr die Möglichkeiten eines Continental GT unter Beweis zu stellen. Dies gelang am 15 Februar der finnischen Rallye Legende Juha Kankkunen. Der vierfache Rallye-Weltmeister erreichte in einem GT Cabrio 330,656 Kilometer in der Stunde und überbot damit seinen eigenen Rekord aus dem Jahr 2007 um rund neun km/h auf der 70 Zentimeter dick gefrorenen Oberfläche eines Sees im Baltikum. In diesem Jahr sollte nun die Antwort auf die Frage gefunden werden, ob der Continental GT mit seinem 575 PS starken W12-Motor den Anforderungen eines talentierten Zugmittels beim Ski-Jöring gewachsen ist.

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