Smartphone statt Schlüssel Volvo schafft den Zündschlüssel ab

Wer ab 2017 einen neuen Volvo kauft, wird unter Umständen gar keinen Schlüssel zu seinem neuen Auto bekommen. Geöffnet wird bei den Schweden künftig per Smartphone – was ganz neue Möglichkeiten schafft.
Erste Tests mit der innovativen Technik, die auf dem Mobile World Congress (22. bis 25. Februar 2016) in Barcelona vorgestellt wird, sind mit dem schwedischen Carsharing-Unternehmen Sunfleet für dieses Frühjahr geplant. Quelle: PR
Volvos lassen sich ab 2017 per Smartphone öffnen

Erste Tests mit der innovativen Technik, die auf dem Mobile World Congress (22. bis 25. Februar 2016) in Barcelona vorgestellt wird, sind mit dem schwedischen Carsharing-Unternehmen Sunfleet für dieses Frühjahr geplant.

(Foto: PR)

Stockholm/DüsseldorfSeit Autoschlüssel keine wirklichen Schlüssel mehr sind, die in ein Schloss gesteckt werden können, nerven sie. Nicht mal mehr auf einen Knopf der Funkfernbedienungen muss der Fahrer drücken, Keyless Go heißen die Zauberworte: Das Auto erkennt, das sich jemand mit dem richtigen Schlüssel nähert und öffnet die Pforten automatisch. Nur weiß der Besitzer nie, ob sein Wagen sich wirklich automatisch verschließt.

Und wohin mit dem Ungetüm von Schlüssel, der keiner mehr ist? Für die Hosentasche sind sie längst zu unhandlich. Also liegen sie auf der Mittelkonsole des Wagens und fallen beim Bremsen dann unrettbar zwischen die Sitze.

Die Luxus-Limousine vom Kombi-König
Volvo war über Jahrzehnte der Inbegriff des Kombis.
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Etwas eckig, aber robust, praktisch und vor allem langlebig sind die Attribute des Schwedenmobils, das zuletzt unter der Bezeichnung V70 verkauft wurde. Inzwischen baut Volvo auch erfolgreich SUVs, der XC90 ist inzwischen das meistverkaufte Modell der Schweden.

Eine große Limousine war zwar auch immer im Programm, neben den Erfolgen des V70 und vor allem des XC90 ging die S80 zuletzt etwas unter. Das soll die Neuauflage der Limousine, die unter dem Namen S90 an den Start gehen wird, ändern.

Dabei profitiert der S90 von jenem Modell, das ihm einst den Rang abgelaufen hat:
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Im vergangenen Jahr haben die Schweden mit dem neuen XC90 ihr eigenes Baukastensystem vorgestellt. Auf dieser skalierbaren Produkt-Architektur – kurz SPA – werden künftig alle Modelle der Schweden von der Mittelklasse aufwärts basieren. Neben der bekannten 60er-Baureihe – bestehend aus der Limousine S60, dem Kombi V60 und dem SUV XC60 – wird nun auch die Oberklasse-Familie als 90er-Baureihe zusammengefasst.

„Thors Hammer“ blickt euch an
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Die alten Bezeichnungen V70 (künftig V90) und S80 haben somit ausgedient. Die neue Verwandtschaft zum XC90 ist dem S90 auch sofort anzusehen: Die Scheinwerfer mit den charakteristischen LED-Tagfahrlichtern „Thors Hammer“ und der Kühlergrill mit dem neu gestalteten Volvo-Logo sind dem SUV wie aus dem Gesicht geschnitten.

Zunächst überrascht der selbstbewusste Auftritt, die schiere Größe.
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Im Vergleich zum S80 wuchsen Radstand und Länge um gut 15 Zentimeter

Die Heckansicht
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Sie kombiniert das Design der bisherigen, oben bis in den Kofferraumdeckel eingezogenen Rückleuchten mit jenen C-förmigen des XC90. Damit folgt die Linie der in den vergangenen Jahren gezeigten Designstudien so sehr, dass ein chinesischer Hersteller von Spielzeugautos bereits ein sehr genaues Modell des S90 entworfen hat – weit vor der Veröffentlichung dieser ersten offiziellen Bilder.

Von der Seite ist die Eigenständigkeit der Limousine zu sehen
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„Wir wollten etwas grundlegend Neues in dieses eher konservative Segment bringen. Mit dem Volvo S90 ist dabei ein Fahrzeug entstanden, dem man seine Führungsrolle und Vertrauenswürdigkeit sofort ansieht“, sagt Chefdesigner Thomas Ingenlath über seine Kreation. Über die Motoren des S90 hat sich Volvo noch nicht im Detail geäußert.

Das edle Ambiente des XC90 bleibt auch im S90 erhalten.
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„Den Innenraum der Premium-Limousine haben wir auf ein neues Niveau gehoben: Das luxuriöse Umfeld bietet ein Maximum an Komfort und Kontrolle“, sagt Designer Ingenlath. Die meisten Ausstattungsmerkmale sind bereits aus dem XC90 bekannt, etwa der senkrechte Touchscreen. Allerdings wurden alle Anzeigen und Bedienelemente auf die niedrigere Sitzposition angepasst. Materialien und Verarbeitungsqualität dürften aber gleich sein.

Der schwedische Autohersteller hat jetzt ab dem Jahr 2017 die Lösung, nämlich die völlige Abschaffung der Autoschlüssel. Statt mit einem separaten Autoschlüssel können Kunden künftig mithilfe von Smartphones die Türen neuerVolvo-Modelle öffnen, schließen und den Motor starten. Erste Tests mit der innovativen Technik, die auf dem Mobile World Congress (22. bis 25. Februar 2016) in Barcelona vorgestellt wird, sind mit dem schwedischen Carsharing-Unternehmen Sunfleet bereits für dieses Frühjahr geplant.

Auch BMW, Mercedes, Opel, Audi sowie Carsharing-Unternehmen wie Car2Go, DriveNow oder Flinkster bieten bereits das Öffnen ihrer Wagen per Smartphone-App an. Doch ganz auf einen Schlüssel verzichtet noch kein Hersteller.

Volvo nutzt die Bluetooth-Funktion des Smartphones, damit lassen sich nicht nur die Fahrzeugtüren öffnen und schließen und der Motor starten. In jeder App kann auch mehr als ein Schlüssel hinterlegt werden, wodurch sich verschiedene Volvo Fahrzeuge auf der ganzen Welt nutzen lassen.

Was der V90 im Detail bietet
Blick in den Innenraum
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Volvo zeigt den Nachfolger des Businessklassen-Kombis V70 auf dem Genfer Salon (3. bis 13. März) erstmals der Öffentlichkeit. Auf den Markt kommt die nun V90 genannte dritte Karosserievariante der Flaggschiff-Baureihe der Schweden im Spätsommer 2016.

Der neue V90
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Traditionell stark ist Volvo bei Assistenzsystemen – da soll auch der große Kombi keine Ausnahme machen. Neben dem City-Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung ist auch ein neuartiger Spurverlassens-Warner serienmäßig an Bord.

Das sogenannte „Road Edge Detection System“ soll auch den unmarkierten rechten Straßenrand erkennen und den Fahrer bei zu starker Annäherung warnen.
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Ebenfalls ab Werk mitgeliefert ist ein Abstands-Pilot, der neben Gas und Bremse auch die Lenkung übernimmt.

Der Innenraum lässt sich edel ausstatten
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Daten zu Fahrzeuglänge und Ladevolumen nennt Volvo noch nicht. Der Vorgänger zählte in letzterer Hinsicht zu den geräumigsten Modellen auf dem Markt.

Blick in den Innenraum
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Daten zu Fahrzeuglänge und Ladevolumen nennt Volvo noch nicht. Der Vorgänger zählte in letzterer Hinsicht zu den geräumigsten Modellen auf dem Markt.

Der große Kombi kommt im Spätsommer 2016 auf den Markt
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Noch schweigsam gibt sich Volvo beim Antrieb. Allerdings dürfte das Programm weitgehend dem der Limousine und dem technisch ebenfalls verwandten Luxus-SUV XC90 entsprechen, die mit Vierzylindermotoren zwischen 140 kW/190 PS und 235 kW/320 PS zu haben sind.

Daten zu Fahrzeuglänge und Ladevolumen nennt Volvo noch nicht
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Der Vorgänger zählte in letzterer Hinsicht zu den geräumigsten Modellen auf dem Markt. Preise für den V90 sind noch nicht bekannt. Den Vorgänger gibt es ab knapp 36.000 Euro.

Das ermöglicht ganz neue Nutzungen des eigenen Volvos aber auch gemieteter Volvo-Autos: Wer beispielsweise eine Geschäftsreise unternimmt oder in den Urlaub fliegt, kann über die App einen Mietwagen buchen und bezahlen. Bei der Ankunft am Zielort ist der digitale Fahrzeugschlüssel bereits im System hinterlegt, sodass der Smartphone-Nutzer direkt zum Parkplatz gehen kann. Den richtigen Weg weist die App via Satellitennavigation – Wartezeiten am Mietwagen-Schalter im Flughafen oder Bahnhof gehören damit bald der Vergangenheit an wie die Suche nach dem richtigen Auto. Sofern es ein Volvo ist.

Mit dem digitalen Volvo-Schlüssel können Eigentümer ihr Auto auch problemlos mit Freunden, Familienangehören oder Mitarbeitern teilen. Via Smartphone wird der Zugang einfach übertragen, eine persönliche Schlüsselübergabe ist nicht mehr erforderlich.

Was uns demnächst an Technik im Auto erwartet
Auf dem Weg zum autonomen Fahrzeug lernt das Auto zum Beispiel, immer sicherer zu fahren.
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So will Zulieferer Bosch bis 2018 ein System zum Einsatz bringen, das Fußgänger nicht nur erkennt und eine Bremsung einleitet – das können Assistenten schon heute – sondern auch eine Ausweichroute berechnet und den Fahrer beim anschließenden Manöver unterstützt.

So funktioniert der Fußgängerschutz-Ausweichassistent
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Motorrad-Totwinkel-Assistent von Bosch
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Bereits kurzfristig in Serie geht der Totwinkel-Assistent für Motorradfahrer, der den Spurwechsel sicherer machen soll. Wie beim Auto erfassen Sensoren den Raum, der allein mit den Spiegeln nicht oder nur schlecht einsehbar ist und warnen den Fahrer bei Gefahr.

Wenn Warnungen zu spät kommen, werden die Insassen in Zukunft von neuartigen Airbags geschützt:
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Zulieferer ZF TRW beispielsweise hat ein Luftkissen entwickelt, das sich zwischen Fahrer und Beifahrer entfaltet, damit sie sich insbesondere bei einem Seitenaufprall nicht zu nahe kommen. Außerdem sollen bis in gut zwei Jahren Airbags serienreif sein, die die Insassen auf der Rückbank bei einem Frontaufprall auffangen.

Weniger konkret sind die Aussichten für ein anderes System: den Außen-Airbag, den ZF auf der IAA gezeigt hat und der sich aus dem Türschweller bei einem drohenden Aufprall auf der Außenseite der Tür aufbläst, um das Auto zu schützen.

Bei hohem Verkehrsaufkommen und engen Städten wird die Wendigkeit eines Autos in urbanen Regionen immer wichtiger.
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ZF hat 2015 ein Versuchsauto mit einem Wendekreis von 6,50 Metern (Smart: 6,95 m) vorgestellt – dank einer Vorderachse mit 75 Grad Einschlagwinkel, mitlenkender Hinterachse und radnahen Motoren. Den Parkvorgang kann man künftig auch von außerhalb des Autos mit Smartwatch oder Mobiltelefon erledigen.

Sogar Auto plus Anhänger lassen sich über das Smartphone in eine Parklücke dirigieren – während man zugunsten einer besseren Übersicht daneben steht. Die technischen Voraussetzungen im Auto sind längst da.

Rechtliche Voraussetzungen müssen noch für eine potenzielle Neuerung geschaffen werden:
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Ab 2018 könnten laut Continental Kameras die Innen- und Außenspiegel von Autos ersetzen. Die Kombination aus Kamera und Bildschirm im Cockpit soll aber nicht nur optische und aerodynamische Vorteile haben, sondern mehr Komfort und Sicherheit bieten. So erlauben sie ein größeres Sichtfeld ohne tote Winkel, sind weniger empfindlich gegen Wettereinflüsse sowie Beschädigungen und können zudem mit neuen Assistenzfunktionen kombiniert werden.

Auch im Innenraum stehen in den kommenden Jahren einige Neuerungen an.
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Wenn selbst im Kleinwagen schon Lederausstattung zu haben ist, müssen sich die Hersteller für die Aufwertung der Interieurs Neues überlegen. Auf der diesjährigen IAA zeigte zum Beispiel Faurecia die Verarbeitung von Schieferoberflächen am Armaturenbrett.

Die millimeterdünne Steinschicht soll nicht schwerer sein als Holz und besonders elegant wirken. Strick-Details machen das Interieur hingegen wohnlich und sind besonders flexibel einsetzbar.

In Göteborg testet Volvo seit vergangenem Jahr einen Lieferservice mit schlüssellosen Zugang. Wer beispielsweise Lebensmittel online bestellt, was in Schweden viel häufiger gemacht wird als in Deutschland, kann sie sich in den Kofferraum des eigenen Wagens liefern lassen. Der Lieferant meldet, wann er ungefähr am Auto sein wird, erhält von dem Autobesitzer einen Schlüssel, der zeitlich begrenzt nur für den Kofferraum gilt. Sind die Lebensmittel, oder das Amazon-Paket, im Kofferraum, ploppt auf dem Smartphone des Eigentümers die Meldung auf: Paket im Kofferraum, Kofferraum geschlossen.

„Unsere digitale Schlüsseltechnik hat das Potenzial, die Nutzung eines Volvo völlig zu verändern“, sagt Henrik Green, Produkt-Manager bei Volvo. „Statt den ganzen Tag auf einem Parkplatz herumzustehen, können Autos zum Beispiel öfter und einfacher von anderen Personen genutzt werden, wenn der Besitzer dies wünscht“, sagt Green.

Volvo sagt, dass der digitale Schlüssel neueste Sicherheitstechnik nutzt, um den Missbrauch durch Hacker zu verhindern. Dennoch verkauft Volvo Fahrzeuge mit der neuen Schlüsseltechnik 2017 zuerst Mal in limitierter Zahl.

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