Nachrichten
Spielzeug für den Spielberg am Armaturenbrett

Ohne Fleiß kein Preis. Erst mit der richtigen Software werden die relaxte Urlaubsstimmung oder die beste Bauchlandung seit Erfindung des Snowboards zur Erheiterung der Mitfahrer auf das Display des Radiokinos gezaubert.

Die Ausgangsdateien vom PC müssen in Format und Datenvolumen reduziert, farblich auf die begrenzten Möglichkeiten der Displays heruntergerechnet, im Kontrast angepasst und für den Import vorbereitet werden. Dieser erfolgt dann über eine selbst gebrannte CD, die das Radio einliest. Tatsächlich ist das Ganze so anspruchsvoll, wie es sich anhört – ebenso wie die Ergebnisse, wenn man sich nur etwas Mühe gibt.

Das Wörtchen Standard hat bei den Radio-Animateuren keinen Anklang gefunden: Alle Hersteller kochen ihr eigenes Süppchen, so wie die hier vorgestellten Programme von Pioneer und JVC. Die erzeugten Datenformate sind nicht untereinander austauschbar. Sony liest Bilder zum Beispiel über den direkten Anschluss einer Videokamera ein und hält Standbilder per Fernbedienung fest.

Pioneer bietet die Software zum freien Download im Web an. Der angehende Armaturenbrett-Spielberg kann so vor dem Radiokauf einfach ausprobieren, ob er wirklich Lust auf stundenlange Sitzungen am PC hat, um eine wenige Sekunden lange Animation zu erstellen.

Das optisch spartanisch ausgefallene Pioneer-Programm ist nur auf Englisch erhältlich und verlangt als Voraussetzung eine englische Windows-Version. Auf dem Testrechner mit deutscher Windows-XP-Media-Center-Edition (Fujitsu Siemens Scaleo 600) lief es anstandslos, ein drei Jahre alter Rechner mit TI-4200-Grafikkarte (Nvidia) zeigte allerdings Bildfehler, die sich nicht beheben ließen.

JVC legt seinen Radio-Editor auf CD dem Gerät bei. Der erste Eindruck ist nach der problemlosen Installation besser als bei Pioneer: Ein aufgeräumter Startbildschirm, deutsche Benutzeroberfläche, ausführliche, wenn auch nicht immer sofort verständliche Hilfeseiten.

Bilder oder Videos können bei beiden Kandidaten mit verschiedenen Effekten und Überblendungen versehen werden. Bei JVC dürfen die fertigen Clips maximal 55 Einzelbilder lang sein. Ein Clip kann aus mehreren Sequenzen bestehen, etwa einer Überblendung von zwei Bildern in 33 Einzelschritten und einer Zoomfahrt von der Totalen auf ein Detail in 22 Bildern. Anfangs- und Endpunkt von Zoomfahrt oder Überblendung sowie Bilderzahl müssen relativ umständlich manuell vorgegeben werden.

Die Clips werden umgerechnet und automatisch aneinander gehängt. Pioneer erlaubt bis zu 150 Einzelbilder (Movies) und Slideshows aus maximal fünf Bildern.

Unfertige Projekte können leider bei keinem der Kandidaten gespeichert und später durch einfaches Laden weiterbearbeitet werden. Zum Beispiel müssen alle Quelldateien (Bilder, Videos) immer wieder neu geladen und Pfade und Überblendungen neu angelegt werden.

Wenn es um die schnelle, automatische Anfertigung von Diashows oder Videos geht, hat Pioneer die Nase vorne, auch wenn es Ungereimtheiten gibt. So können mit dem Assistenten nur Diashows aus drei Bildern generiert werden, manuell aus fünf. Überdies stehen weit mehr Effekte zur Verfügung.

JVC ist dagegen bei der individuellen Gestaltung besser. Zum Beispiel gibt es schöne Möglichkeiten, individuell in Bilder hinein- oder aus ihnen herauszuzoomen. Die Bedienung ist aber gewöhnungsbedürftig.

Den möglichen Text beschränkt Pioneer auf 15 Zeichen, JVC erlaubt deutlich mehr.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%