Sport-Boliden für Begüterte
Lamborghini und Ferrari treten an zum Showdown

Seit einem halben Jahrhundert buhlen zwei italienische Rivalen um die gleiche Zielgruppe. Auf dem Genfer Salon kommt es erneut zum Kräftemessen: Zeitgleich präsentieren Ferrari und Lamborghini ihre neuen Topmodelle.
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GenfDie Legende geht so: Der Traktorproduzent und Sportwagen-Liebhaber Ferruccio Lamborghini war mit seinem Ferrari unzufrieden. Also unterbreitete er Enzo Ferrari Vorschläge für Verbesserungen. Doch der winkte ab: Lamborghini solle sich lieber weiter um seine Traktoren kümmern. Das ließ Lamborghini nicht auf sich sitzen und entwickelte eigene Sportwagen - diese Kampfansage hallt bis heute nach. Knapp 50 Jahre später liefern sich die italienischen Hersteller jetzt auf dem Genfer Autosalon, der noch bis 13. März läuft, ein Duell der PS-Giganten. Ferrari tritt mit dem neuen Flaggschiff FF an, Lamborghini mit dem Aventador LP 700-4.

Der Aventador soll im Sommer zu Preisen ab 303.450 Euro den Murciélago ablösen. Mit seinem 6,5 Liter großen und 700 PS starken V12-Triebwerk ist er dem Ferrari um 40 PS überlegen.

Dafür hat der FF aber die größere Klappe - und zwar am Heck: Mit seiner kombiähnlichen Sportback-Karosserie versucht der von einem neuen V12-Direkteinspritzer mit 6,3 Litern Hubraum angetriebene Bolide dem Lamborghini die Schau zu stehlen.

Nur zwei Türen, aber vier vollwertige Sitze und 450 bis 800 Liter Kofferraumvolumen sollen den Erben des Ferrari-Coupés 612 Scaglietti familientauglich machen. Ans Ziel gelangt man mit dem bis zu 335 km/h schnellen FF zügig - und zwar erstmals in der Firmengeschichte mit Allradantrieb. Der ist beim 1,14 Meter flachen Lamborghini Standard.

Dank seiner Karbon-Bauweise wiegt der Lamborghini, der in 2,9 Sekunden Tempo 100 und maximal 350 km/h erreicht, nur 1 575 Kilogramm. Das wirkt sich positiv auf den Verbrauch aus: 17,2 Liter (CO2-Ausstoß: 398 g/km) gelten für einen Wagen dieses Kalibers als akzeptabel. Etwas schwerer fällt der Ferrari mit knapp 1,8 Tonnen aus. Mit einem Verbrauch von 15,4 Litern (CO2-Ausstoß: 360 g/km) steht er sogar besser da. Preise für den FF nannte Ferrari nicht.

Welcher der beiden Italiener als Sieger aus dem Duell hervorgeht, entscheidet am Ende die gut betuchte Kundschaft. In jedem Fall werden die beiden wichtigen Premieren das Sportwagengeschäft beleben, erwartet Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics: "Präsentieren Hersteller wie Ferrari oder Lamborghini neue Fahrzeuge, werden diese sofort gekauft. Eine Menge Kunden, die nicht über Geld nachdenken müssen, haben die Autos längst blind bestellt."

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