Sportmodelle bei Automesse
In Paris baut man aus dem Baukasten

Schneller, höher, weiter. Durch Baukastensysteme können die Autobauer klotzen. Das zeigen sie auf der Automesse im Paris nicht ohne Grund.
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ParisEs lebe der Sport: Diesem Motto scheint sich Nissan in diesem Jahr verschrieben zu haben. Der Messestand des japanischen Autobauers auf dem Pariser Autosalon wird beherrscht von Derivaten der hauseigenen Sportabteilung Nismo, die ihren 30. Geburtstag feiert. Während man das Übergewicht an Tuning-Modellen bei Nissan mit dem Jubiläum erklären kann, greift dies allerdings nicht für andere Marken, die ein gutes Dutzend weiterer tiefergelegter und potenzgesteigerter Modelle auf Basis von Serienautos zeigen.

„Sportlichkeit und Dynamik sind Imagewerte, und die Hersteller brauchen Modelle, die das symbolisieren“, sagt Stefan Bratzel, Automobilexperte an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Ein Grund, warum die Autobauer verstärkt auf die rasante Gangart setzen, liege in der Plattformstrategie vieler Konzerne.

„Über die Baukästen können Nischenmodelle mit wenigen Neuteilen ohne großen Aufwand entwickelt werden“, erklärt Bratzel. Während die komplette Neuentwicklung eines Modells schnell eine Milliarde Euro koste, könne ein Derivat schon für 100 bis 200 Millionen Euro aufgelegt werden.

Auf dem Nissan-Stand in Paris gibt es zum Beispiel den optisch aufgefrischten 370Z Nismo mit unverändert 253 kW/344 PS aus einem 3,7 Liter großen Sechszylinder und den bereits bekannten GT-R Nismo (447 kW/600 PS) zu sehen. Ein alltagstauglicherer Renner ist der Juke Nismo RS. Er leistet mit 160 kW/218 PS aus 1,6 Litern Hubraum 18 Pferdestärken mehr als der Juke Nismo und kommt im Dezember zum Startpreis von 27 450 Euro auf den Markt.

Die Serienfertigung des ebenfalls ausgestellten Pulsar Nismo Concept ist noch keine ausgemachte Sache. Entscheidet sich Nissan für die Produktion, „müsste wohl noch mehr Musik rein“, sagt Firmensprecher Michael Bierdümpfl.

Unruhe in das vom VW Golf GTI (162 kW/220 PS) dominierte Segment der Kompaktsportler soll der kurz nach der Messe bestellbare Peugeot 308 GT mit 151 kW/205 PS starkem 1,6-Liter-Turbo bringen, der sich laut Hersteller im Schnitt mit 5,6 Litern Sprit begnügt (CO2-Ausstoß: 130 g/km). Die Dieselvariante bewegt sich auf dem Niveau des 135 kW/184 PS starken VW Golf GTD.

Der 2,0 Liter große Turbomotor im Peugeot 308 kommt auf 132 kW/180 PS und soll sich mit 4 Litern begnügen (CO2: 103 g/km). „Effizienz und Sportlichkeit stehen nicht im Widerspruch“, sagt Peugeot-Sprecher Ulrich Bethscheider-Kieser. Er betont aber, dass die flotten Derivate vor allem aus Imagegründen gebaut werden, um die Aufmerksamkeit auf eine Baureihe zu lenken.

In der gleichen Liga spielt der Ford Focus ST, der ab Anfang 2015 erstmals auch mit Dieselmotor erhältlich sein wird. Der 2,0 Liter große Selbstzünder kommt auf 136 kW/185 PS und verbraucht laut Hersteller 4,2 Liter (CO2: 159 g/km). Wie der Benziner mit 184 kW/250 PS erhält das Modell alle Neuerungen der jüngst überarbeiteten Modellreihe, wobei vor allem das Cockpit aufgeräumt wurde.

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Beflügeltes Heck

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