Spritsparer wieder in Mode
Die Rückkehr der „e“-Modelle

Die Neuvorstellungen der Autohersteller weckten bei manchem in den vergangenen Wochen lange schlummernde Erinnerungen: Es wurden Autos präsentiert, in deren Bezeichnung ein „e“ für economy steht - sie sollen besonders Sprit sparend sein.

dpa/gms GELSENKIRCHEN. Tatsächlich gab es bereits in den achtziger und neunziger Jahren entsprechende Autos. Durchsetzen konnten sie sich allerdings nie. Jetzt könnte die Wiederbelebung der alten Ideen durchaus Erfolg haben - nicht zuletzt wegen der anhaltenden Diskussion um den Klimawandel.

Die Geschichte der „e“-Modelle ist lang. So versuchte sich BMW in den achtziger Jahren daran, der 5er-Reihe einen zurückhaltenderen Verbrauch anzugewöhnen und nannte das Ergebnis 525e. Bei Volkswagen gab es die so genannten Formel E-Modelle, die mit einigen technischen Kniffen sparsamer gemacht wurden. Anfang der neunziger Jahre folgte unter anderem der Golf Ecomatic mit Motorabschalt-Automatik. Auch der Drei-Liter-Lupo gehörte noch in die Reihe dieser Fahrzeuge.

Nun folgt die nächste Generation. Bei Audi in Ingolstadt lässt man derzeit neue Modelle der Baureihen A3 und A4 mit dem Zusatz „e“ in die Schauräume rollen. Ein Mittel zum effizienteren Umgang mit dem Sprit ist die Schaltanzeige, die zeigt, welcher Gang am günstigsten ist. Außerdem gibt es eine verbrauchsoptimierte Motorelektronik. „Ein Ergebnis ist, dass der A3 1.9 TDI 'e' durchschnittlich 4,5 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, während es bei dem herkömmlichen TDI 4,9 Liter sind“, erklärt Audi-Sprecher Jochen Grüten.

Von VW kommt nach dem Polo nun auch ein Passat mit Bezeichnung „Bluemotion“: Beide Modelle wurden laut VW in Wolfsburg so optimiert, dass ihr Verbrauch gegenüber den herkömmlichen Modellen um 0,6 bis 0,7 Liter sank. BMW wiederum baut im 1er Motoren ein, die unter anderem mit Hilfe einer Start-Stopp-Automatik Sprit sparen: Solche Systeme arbeiten so, dass der Motor im Stand die Arbeit einstellt und beim nächsten Tritt aufs Kupplungspedal sofort wieder anspringt.

Nun bleibt abzuwarten, ob solche Modelle mehr Erfolg haben als ihre Vorgänger. „Man kann davon ausgehen, dass im Augenblick jeder solche Fahrzeuge toll finden wird“, meint Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg. „Die Frage ist allerdings, ob die Kunden die Autos auch tatsächlich kaufen.“ Die Chancen sieht Margetts heute jedoch weit besser als in früheren Jahrzehnten. „Damals gab es vor allem eine Kraftstoffkrise. Heute kommt zu der Frage des Kraftstoffverbrauchs noch die grundsätzliche Frage, ob man im nächsten Winter überhaupt noch irgendwo Ski fahren kann.“

Die schöne neue Welt der optimierten Automobile hat allerdings einen Nachteil: Wer die Vorzüge genießen will, muss beim Neukauf erst einmal investieren. Arnulf Volkmar Thiemel vom Adac-Technikzentrum im bayerischen Landsberg weist daher darauf hin, dass sich auch ohne Neukauf einiges in Sachen Effizienz tun lässt: „Der Verbrauch wird durch das eigene Fahrverhalten beeinflusst - der Gasfuß hat einen Anteil von 20 Prozent.“ Wer also das neueste „e“-Modell sein Eigen nennt, kann durch eifriges Gas geben auch aus einem solchen Wagen einen echten Spritschlucker machen - während das alte Normalmobil bei vorausschauender und niedertouriger Fahrweise zum Sparwunder mutieren kann.

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