Staatsanwaltschaft München ermittelt
Motorrad-ABS: BMW lehnt Rückruf ab

Die BMW AG plant ungeachtet von Klagen einiger Motorrad-Kunden über einen teilweisen Ausfall des Antiblockier-Systems (ABS) keine Rückrufaktion. „Wir haben kein technisches Problem vorliegen, deswegen werden wir auch nicht zurückrufen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag auf Anfrage von Dow Jones Newswires.

HB MÜNCHEN. Das System habe sich bereits seit vier Jahren bewährt und erfülle alle gesetzlichen Vorschriften. Bislang haben sich dem Sprecher zufolge mehr als 20 Motorrad-Fahrer bei BMW über Probleme mit der Bremsanlage beklagt. Mit dem System des Zulieferers FTE sind bis zu 260.000 Maschinen ausgestattet.

Laut einem Medienberichten sind bei Sicherheitslehrgängen des ADAC nach einem Ausfall des Bremskraftverstärkers und ABS zwei Fahrer gestürzt. Nach Angaben von BMW stellt das Bremstraining jedoch eine „Sondersituation“ dar. Im normalen Straßenverkehr trete das Problem nicht auf. Bei mehrfachen Vollbremsungen bestehe aber ein sehr hoher Strombedarf, was im Extremfall zu den genannten Folgen führen könne. Trotz der verringerten Bremswirkung - die den Fahrer dem Sprecher zufolge durchaus überraschen könne - sei es aber auch dann möglich, dass Motorrad sicher zum Stehen zu bringen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte den Leiter des BMW-Qualitätsmanagements, Robert Kahlenberg, aus einer internen E-Mail mit den Worten zitiert: „Das System ist in seinen Auswirkungen und Rückfallebenen ungenügend konzipiert“. Dem Sprecher zufolge ist das Zitat jedoch aus dem Zusammenhang gerissen und beziehe sich „auf die Produktionssicht“. Kahlenberg habe damit ausdrückt, dass das Bremssystem aus seiner Sicht zu aufwendig konzipiert sei.

Ein Motorradfahrer hat bei der Staatsanwaltschaft München inzwischen Anzeige gegen den Hersteller eingereicht. Die Behörde ermittle nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs gegen BMW, sagte Behördenleiter Christian Schmidt-Sommerfeld auf Anfrage. Es werde nun geprüft, ob es bereits ähnliche Vorfälle gegeben habe. Dazu werde man auch einen Sachverständigen hinzuziehen.

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