Statussymbol im Wandel
Geiz gibt Gas

Billigautos sind bei den Deutschen beliebter als Experten prognostiziert haben. Werden sie zum Massenphänomen auf unseren Straßen?

IFS BERLIN. Als Renault im vergangenen Jahr den Billigwagen Dacia Logan auf den Markt brachte, reichten die Reaktionen bei Konkurrenten und Branchenbeobachtern von Skepsis bis Spott. Mittlerweile jedoch wird der Logan ernst genommen.

Denn das Modell, das in Deutschland ab 7 200 Euro zu haben ist, hat sich durchgesetzt – nicht nur im wachsenden Markt Osteuropa, für den es konzipiert war, sondern auch im Westen. Statt der ursprünglich anvisierten 4 000 Stück wird Renault in Deutschland 2006 wohl 6 000 Logans verkaufen. Andere Autohersteller sind nun ebenfalls auf den „Geiz-ist-geil“-Zug aufgesprungen oder planen dies zu tun.

So hat VW den rund 9 000 Euro teuren Fox ins Rennen geschickt, Citroën den C1, Peugeot bietet den 107 an. Dass die Nachfrage nach Billigautos hier zu Lande größer ist als zunächst angenommen, führen Experten unter anderem auf die Arbeitslosigkeit und die hohen Benzinpreise zurück. Zudem„ist es offenbar doch attraktiver, etwas Nagelneues unter den Füßen zu haben zum Preis eines Gebrauchten“, sagt Nick Margetts vom Marktforschungsinstitut Jato Dynamics.

Autos als Statussymbole

Die wichtigsten Märkte für Billigautos, da ist sich die Branche einig, liegen gleichwohl im Osten, wo die Zahl der Pkws noch vergleichsweise gering ist – die Kaufkraft aber eben auch. Neben Osteuropa haben die Autobauer dabei insbesondere Russland, China und Indien im Visier.

So prüfen sowohl VW als auch GM nach einem Bericht der „Automotive News Europe“ die Entwicklung eines „Ultra-Billigautos“ für diese Märkte. Die Perspektiven des Billigsegments in Deutschland – zu dem in der Regel Autos gezählt werden, die maximal 10 000 Euro kosten – beurteilen Beobachter hingegen ebenso skeptisch wie dereinst den Logan.

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