Steuer & Recht: Recht einfach: Aktuelle Urteile zum Thema Beifahrer

Steuer & Recht
Recht einfach: Aktuelle Urteile zum Thema Beifahrer

Wenn es kracht im Straßenverkehr, dreht sich meist alles um den Fahrer. Häufig sind aber Beifahrer Geschädigte oder Mitverursacher.

Schnapsnase

Wer zu einem Betrunkenen ins Auto steigt, gerät gegenüber seiner Unfallversicherung in Rechtfertigungsnöte: Die Unternehmen werfen ihren Kunden schnell "grobe Fahrlässigkeit" vor und weigern sich zu zahlen. Gute Karten haben Beifahrer, wenn sie beweisen können, dass sie vom Zustand des Fahrers nichts gemerkt haben - etwa weil sie auf der Party getrennte Wege gingen oder weil sie selber stark angeschickert auf den Beifahrersitz geplumpst waren. In solchen Fällen muss die Unfallversicherung löhnen (Oberlandesgericht Hamm, 20 U 146/98). Raser. Ein Möchtegern-Rallyefahrer flitzte in Begleitung seiner Gattin mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn. Als plötzlich ein Lkw auf die linke Spur wechselte, landete das schnelle Ehepaar unsanft auf einem Acker. Die Versicherung des Lkw-Fahrers weigerte sich, die Verletzungskosten der Ehefrau zu bezahlen. Begründung: Da sie die Raserei ihres Mannes nicht verhindert habe, treffe sie eine Mitschuld an der Karambolage. Dies sahen die Richter anders. Auf dem Abschnitt habe kein Tempolimit bestanden; zudem habe das Unfallopfer keinen Grund gehabt, an den Fahrkünsten des Angetrauten zu zweifeln (Oberlandesgericht Hamm, 6 U 24/99).

Biker

Mitfahrer auf Motorrädern sollten sich während der gesamten Tour gut festhalten: Gibt der Biker plötzlich derart Vollgas, dass es den Sozius vom Rad fegt, muss der unfreiwillig Abgestiegene die Hälfte seines Schadens selbst bezahlen, so die Richter (Kammergericht Berlin, 12 U 137/95).

Hunde

Beifahrer müssen keine Menschen sein. Tierfreunde kutschieren auch gerne ihren Dackel oder Rottweiler durch die Gegend. Völlige Bewegungsfreiheit für die Hunde kann dabei teuer werden: Springt ein aufgekratzter Hund ins Lenkrad und verursacht einen Unfall mit Totalschaden, erhält der Fahrer keinen Ersatz, auch nicht von der Vollkasko (Oberlandesgericht Nürnberg, 8 U 281/96).

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 26 vom 23.06.2005 Seite 142

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%