Steuerpläne bringen Aktien unter Druck
Biodiesel-Hersteller üben sich in Optimismus

Pläne der Bundesregierung zur höheren Besteuerung von Biokraftstoffen haben den Herstellern herbe Aktienkursverluste eingebracht. Sprecher der Firmen Biopetrol und EOP Biodiesel sagten am Freitag, ein Steueraufschlag von zehn Cent je Liter Biodiesel sei hinnehmbar und werde den Trend zum Biokraftstoff nicht stoppen.

HB FRANKFURT. Die EOP-Aktie lag am Vormittag mit zeitweise fast zehn Prozent im Minus, Biopetrol musste Einbußen von knapp sieben Prozent hinnehmen. Die Kurse beider Biokraftstoff-Hersteller lagen allerdings nach wie vor klar über dem Ausgabepreis. Die Biopetrol-Aktie hatte am Mittwoch mit 13,80 Euro ein Jahreshoch erreicht. Schon als die große Koalition Ende November erstmals öffentlich über ihre Steuerpläne diskutierte, hatten die Unternehmen deutliche Kursverluste zu verkraften.

Finanzminister Peer Steinbrück will Medienberichten zufolge zehn Cent für jeden Liter Biodiesel kassieren. Bei Mischungen mit konventionellem Diesel denke der Sozialdemokrat an 15 Cent. Steinbrücks Überlegungen stoßen auf Widerstand in den eigenen Reihen.

„Schauen wir erst einmal, was passiert“, sagte EOP-Sprecher Volker Siegert. Noch gebe es einzelne Stimmen zu dem Thema, aber keine Beschlüsse. „Jedes Mal, wenn darüber diskutiert wird, kommt ein Schlag auf den Kurs.“ Die Lage werde sich auch jetzt wieder rasch beruhigen. „Mit zehn Cent könnten wir leben“.

Biopetrol-Sprecher Karl Steinle nannte zehn Cent „nicht so tragisch“. Bio-Diesel sei immer noch attraktiver als herkömmlicher. Das Unternehmen sei zudem vor allem am Beimischungsmarkt engagiert und damit als Zulieferer von der Steuerbelastung weniger betroffen.

Biopetrol Industries hatte im November einen starken Börsenstart hingelegt: Die Aktie war zu neun Euro und damit 80 Cent über dem Ausgabepreis in den Handel im Wachstumssegment Entry Standard der Frankfurter Börse gestartet. Biopetrol stellt im brandenburgischen Schwarzheide rund 150.000 Tonnen Biodiesel im Jahr her. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Der Konkurrent EOP Biodiesel war im September an die Börse gegangen.

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