Stillstand auf den Straßen München bleibt Deutschlands Stauhauptstadt

Stau ist in deutschen Großstädten ein ständiges Problem. Der Stillstand im Stadtverkehr kostete die deutschen Autofahrer 2017 durschnittlich 30 Stunden im Jahr. Dadurch entsteht ein Milliardenschaden.
  • Christoph Hensen
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Die bayerische Landeshauptstadt führt das deutsche Stau-Ranking an. Quelle: dpa
Stau in München

Die bayerische Landeshauptstadt führt das deutsche Stau-Ranking an.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAuf Deutschlands Straßen ist Geduld gefragt. In Großstädten und Ballungsräumen stehen Autofahrer durchschnittlich 30 Stunden pro Jahr im Stau. Das ergibt eine umfangreiche Analyse des Navigationsdaten-Unternehmens Inrix. Die stärksten Nerven brauchen Autofahrer in München.

Zum zweiten Mal in Folge war die bayerische Landeshauptstadt 2017 die staureichste Stadt in Deutschland. 51 Stunden verbrachte dort jeder Autofahrer im Schnitt im Stau. Die beiden größten deutschen Städte, Berlin und München, verzeichnen mit durchschnittlich jeweils 44 Stunden Stau pro Fahrer aktuell den deutlichsten Anstieg im Ranking.

Die hohe Anzahl an Staustunden ist aber nicht nur für die betroffenen Fahrer ärgerlich. Der Stillstand auf den Straßen kostet in Deutschland nach Inrix-Berechnungen jährlich 80 Milliarden Euro. Michael Schreckenberg, Professor an der Universität Duisburg-Essen, hat dazu in der Vergangenheit erklärt, dass beispielsweise Logistikunternehmen pro Staustunde rund 35 Euro verlieren. Allein in Berlin summierten sich die durch Stau entstandenen Kosten 2017 auf 6,9 Milliarden Euro.

Graham Cookson, Chef-Volkswirt bei Inrix, hält deshalb Investitionen in das Straßennetz für dringend notwendig. In Baden-Württemberg hätte das bereits erste Erfolge gezeigt. In den vergangenen sechs Jahren wurden dort über 1000 Kilometer Bundes- und Landstraßen ausgebaut. In Heilbronn verringerte sich die im Stau verbrachte Zeit von 2016 auf 2017 um sieben Stunden pro Jahr und Fahrer.

Am langsamsten geht es in Mönchengladbach voran. In der Innenstadt fällt die Durchschnittsgeschwindigkeit zu Stauzeiten auf neun Kilometer pro Stunde. Als schlimmste Staustrecke führt die Inrix-Studie die A6 im Raum Mannheim an.

Auf einem 6,5 Kilometer langen Teilstück verliert dort jeder Autofahrer durchschnittlich 69 Stunden pro Jahr. Umgerechnet sind das fast drei Tage. Die Ironie dabei: Gerade Baumaßnahmen, die für Entspannung sorgen sollen, verschlechtern die Situation teilweise für mehrere Jahre.

Im internationalen Vergleich landet Deutschland hinsichtlich der höchsten staubedingten Wartezeiten auf Platz elf. Nur in einem westeuropäischen Land gibt es mehr Staus: In Großbritannien muss man jährlich eine Stunde länger warten. Mit durchschnittlich 56 Staustunden pro Jahr wird den Autofahrern in Thailand weltweit am meisten Geduld abverlangt.

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