Stolpe: In wenigen Monaten einsatzbereit
Polizei setzt auf Rotlicht und neuen Heulton

Die Polizei will Autofahrer in Zukunft mit einem roten Blitzlicht und nicht mehr mit den gewohnten Blaulicht zum Anhalten bewegen.

HB BERLIN. Das neue Anhaltesignal werde Blaulicht und Martinshorn nicht ersetzen, sagte Johann-Markus Haus von der Polizei-Führungsakademie in Münster am Dienstag in Berlin. Diese würden in Gefahrensituationen weiter eingesetzt. Es diene aber dazu, Fahrzeuge leichter anhalten zu können, ohne dass ein Polizeiauto sie überholen müsse. Das neue Lichtsystem soll nach Angaben von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe in wenigen Monaten einsatzbereit sein. Der Bundesrat habe bereits Zustimmung signalisiert. In Hessen werden die neuen Signale schon seit 2004 erprobt.

Die Bundesländer müssen nach Angaben des Bundesinnenministeriums die Umrüstung selbst bezahlen und können selbst entscheiden, ob sie die neue Technik einsetzen.

Mit dem nach vorne gerichteten Blitzlicht, das abwechselnd mit dem spiegelverkehrten Schriftzug „Stop Polizei“ auf dem Dach der Polizeiautos zu sehen sein soll, will die Polizei gefährliche Situationen vermeiden. „Die Beamten können dann hinter dem Verkehrsteilnehmer anhalten und werden nachts nicht mehr durch Scheinwerfer geblendet“, sagte Haus.

Zudem gab es nach Angaben der Polizei oft brenzlige Situationen, weil Autofahrer den Schriftzug auf dem Dach des Polizeiautos bei starkem Sonnenschein schlecht sehen konnten. Ein in solchen Situationen eingeschaltetes Martinshorn suggeriere Autofahrern jedoch oft, die Fahrbahn so schnell wie möglich freizumachen.

Deshalb soll das Martinshorn in Situationen, in denen Autofahrer auch auf das neue Blitzlicht nicht reagieren, durch einen neuartigen Heulton ersetzt werden. „Der klingt ähnlich wie in amerikanischen Polizeifilmen“, sagte Polizeihauptkommissar Horst Liebig.

Von hinten soll künftig aus einem Polizeiauto der rote Schriftzug „STOP POLIZEI“ auf die Rück- und Seitenspiegel von Autofahrern gestrahlt werden können. Reagiert der Autofahrer nicht, wird ein rotes Blinklicht hinzugeschaltet. Bleibt auch dieses unbeachtet, ertönt ein durchdringender Heulton, der so genannte „Yelp-Ton“.

In der Vergangenheit war es immer wieder zu teilweise auch tödlichen Zwischenfällen bei Routinekontrollen gekommen, weil der Streifenwagen vor dem gestoppten Fahrzeug halten musste. „Das neue Anhaltesignalsystem ermöglicht, dass die Polizisten jetzt hinter dem Auto des Verkehrsteilnehmers halten und diesen im Blick behalten können“, sagte Horst Liebig vom Bundesinnenministerium.

„Wir wollen erreichen, dass die Erkennbarkeit eines Anhaltesignals klarer und verständlicher gefasst ist“, sagte Innenminister Otto Schily (SPD) bei der Vorstellung eines Prototyps.

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