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Strenger Frost legt Autos lahm: Wenn Winterkälte den Diesel versulzt

Diesel im Pkw-Tank soll in der Regel große Reichweiten garantieren. Doch wo es in Deutschland zurzeit besonders kalt ist, bleiben Dieselfahrer häufiger liegen als andere. Davor schützt auch Winterdiesel nicht.

VW Golf in einer Kältekammer: Ab minus 28 Grad ist auch mit Winterdiesel nichts mehr anzufangen. Quelle: PR
VW Golf in einer Kältekammer: Ab minus 28 Grad ist auch mit Winterdiesel nichts mehr anzufangen. Quelle: PR

München/HamburgDer strenge Frost der vergangenen Tage hat Hunderte Autos mit Dieselmotor lahmgelegt. Der Autoclub ADAC berichtete am Montag von zahlreichen Pannen, weil der Dieseltreibstoff bei den niedrigen Temperaturen nicht mehr richtig fließt. Vor allem im Osten Deutschlands sowie in Wintersportgebieten komme es zu Problemen, wie der Club am Montag mitteilte.

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Bei Frost bilden sich im Diesel Paraffinkristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen können. Sprecher der Ölkonzerne Shell und Esso erklärten in Hamburg, ihre Dieselprodukte seien im Winter bis minus 22 Grad garantiert flüssig. In der Nacht zum Montag wurden aber vereinzelt Temperaturen bis minus 28 Grad und mehr gemessen.

Dann können Diesel-Fahrer nur wenig machen, denn gerade die Selbstzünder haben es nicht leicht: Anders als Benzin, das bis minus 45 Grad flüssig bleibt, nimmt Diesel bereits wesentlich früher eine geleeartige Konsistenz an. Deshalb wird ab Oktober an den Tankstellen der wesentlich temperaturfestere Winterdiesel angeboten, doch auch der kann bei Temperaturen unter minus 22 Grad schlapp machen. Sogenannter Polardiesel, der bis 40 Grad Frost fließt, ist in Deutschland im Alltag nicht zu bekommen.

Winter-Tipps für Autofahrer

Keinesfalls sollte der Fahrer versuchen, den eingedickten Treibstoff mit Lötlampen oder anderen feuergefährlichen Hilfsmitteln wieder zu verflüssigen. Von dem alten Trick, den Diesel mit Benzin anzureichern, raten die Spezialisten ebenfalls ab. Denn das kann bei den modernen Selbstzündern schnell zu Motorschäden führen, die hochgezüchteten Triebwerke könnten das im Vergleich zum Diesel wesentlich explosivere Benzin nicht vertragen. Eine Hersteller- und Händler-Garantie greift in diesem Fall nicht.

Es bleibt nur die Vorbeugung- und die Hoffnung auf höhere Temperaturen. So können Autofahrer zum Beispiel in einer warmen Garage parken, auch eine Standheizung kann helfen. Doch ist der Kraftstoff erstmal verpappt, hilft am schnellsten wohl das Abschleppen an einen wärmeren Ort - und viel Geduld.

Die wichtigsten Wintertipps für Autofahrer So bleiben Sie bei Schnee und Eis mobil

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Wenn ein Diesel bei Temperaturen unter minus 22 Grad mit verstopftem Filter nicht mehr weiterfährt, sei eine Pannenhilfe an Ort und Stelle kaum möglich, meint auch der ADAC. Das gesamte Kraftstoffsystem muss so weit erwärmt werden, dass sich alle Paraffinkristalle wieder auflösen. Dafür genügt das Abstellen in einer beheizten Garage oder Werkstatt. Die Einwirkung von stärkeren Wärmequellen ist nicht nötig und aus Gründen des Brandschutzes auch nicht zu empfehlen. Neben dem Aufwärmen ist meist der Austausch des Kraftstofffilters notwendig.

  • 07.02.2012, 15:06 Uhrderheuschreck

    Finde ich total gut, dass hier noch Weisheiten verbreitet werden, die bei der Wehrmacht erlernt wurden. Die übernimmt dann bestimmt auch die Haftung, wenn der Selbstzünder im Arsch ist. Oder fahren Sie Lanz Bulldog?

  • 06.02.2012, 22:00 UhrAnonymer Benutzer: liondd

    Es klappt doch auch in unseren nordischen Nachbarländern, weshalb nicht in Deutschland? Sobald ein Konzern den Winterdiesel bis -30 Grad anbietet hat er mich als Kunden gewonnen. Shell dessen Winterdiesel heute Morgen bei -19,5 Grad versalzt war wird mich nicht mehr an der Tanke sehen. Und auch Hersteller könnten bevor sie die 6-Zonen-Klimaanlage erfinden mal prüfen welche technischen Möglichkeiten es gibt zu verhindern das Fahrzeuge mit High-Tech-Ausstattung zu Denkmälern werden. Leonhard Pflaum

  • 06.02.2012, 21:47 UhrAnonymer Benutzer: DieselDB

    Wann wacht endlich die Industrie und der ADAC auf? Auch mein Mercedes CDI 220 ist bereits bei minus 15 bis minus 18 °C – diese allerdings über mehrere Tage hinweg – zwar angesprungen, aber – der klassische Fall – nach wenigen Minuten wieder ausgegangen. Weitere Versuche führten nur dazu, daß die Batterie endgültig erschöpft war. Das Ganze am Urlaubsort auf 1700 m Höhe auf einem Parkplatz. Gott sei Dank habe ich den spinnerten „Ökorat“ des ADAC nicht befolgt, nämlich sofort loszufahren, sonst stünde ich auf einer öffentlichen Straße als Verkehrshindernis. –Warmlaufen lassen ist eben doch nötig!!! – Mehr als ein Urlaubstag verloren, erheblicher finanzieller und zeitlicher Aufwand in die Werkstatt zu kommen und das ungute Gefühl, daß das wieder passieren kann, wenn ich demnächst einen Termin habe.
    Ihr Deppen müßt endlich wieder elektrische Kraftstoffheizungen einbauen und gleichzeitig die geltenden Normen zur Kältestabilität der Praxis anpassen, so sind sie nämlich absolut untauglich. Getankt hatte ich aus Vorsicht (!) BP (bzw.) Aral Ultimate Diesel angeblich bis weit unter – 20 °C stabil; stimmt nicht, hat nichts genutzt! Teurer aber nicht besser. Mitbetroffene wehrt Euch.
    Ein frustrierter Dieselfahrer

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