Studie
Steuererhöhung könnte Autoverkauf 2006 ankurbeln

Die deutsche Autoindustrie wird wegen der geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung nach Einschätzung des Forschungsinstituts B&D Forecast in den nächsten Jahren ihren Absatz steigern.

dpa FRANKFURT/MAIN. „Die Steuer wirkt im Jahr 2006 als Konjunkturprogramm und wird den Automarkt auf 3,4 Mill. Fahrzeug-Verkäufe bringen“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts. Um die ab 2007 geltende Erhöhung der Mehrwehrsteuer auf 19 Prozent zu umgehen, würden Privatleute den Kauf vorziehen und rund 50 000 Fahrzeuge im letzten Quartal 2006 mehr kaufen. Im Gegensatz zur Automobilindustrie, die die Steuer kritisierte, erwartet das Institut einen anhaltenden Effekt.

„So kurios das klingt: Die Mehrwertsteuererhöhung ab dem 1.1 2007 wird nach unseren Prognosen einen Aufschwung im Automarkt auslösen, der - bei der Umsetzung von Reformen - den Automarkt in Deutschland auch mittelfristig belebt“, schreibt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Die sich selbst tragende Nachfrage werde auch 2007 anhalten. Die deutschen Hersteller wie VW, Ford und Opel würden ab Frühjahr 2006 zu diesem positiven Effekt beitragen, indem sie Diesel- Partikelfilter-Autos besser verfügbar machten. In diesem Jahr (2005) erwartet die Autoindustrie den Absatz von rund 3,3 Millionen Autos.

Die Automobilindustrie verurteilte dagegen die geplante Steueranhebung und fürchtet um ihren Absatz. Die Erhöhung stelle „eine erhebliche Zusatzbelastung für das ohnehin schon schwierige Autogeschäft dar“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk in Frankfurt. „Mögliche Vorzieheffekte ersetzen keinen nachhaltigen Aufschwung.“ Wer glaube, die Belastungen der privaten Haushalte über die nächste Tarifrunde wieder reinzuholen, der irre.

Der Automobilverband bewertete das Gesamtpaket des Koalitionsvertrages als „nicht ausreichend“ für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Die Vorschläge würden keine wesentlichen Impulse für Wachstum und Beschäftigung in der Automobilindustrie bringen, betonte Gottschalk. Positiv seien nur das Aus für der Pkw-Maut sowie die geplanten höheren Verkehrsinvestitionen zu werten.

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