
MünchenVor einem Jahr führte die Mineralölindustrie den Kraftstoff E10 an deutschen Tankstellen ein. Die Maßnahme sollte zur Entlastung der Umwelt führen, weil der Anteil an Bio-Ethanol von zehn Prozent am Kraftstoff zu geringeren Abgasbelastungen führen sollte. Bis heute lehnen die Autofahrer zum großen Teil den Kraftstoff ab. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Eine aktuelle Umfrage unter 2 178 Lesern des AutoScout24-Magazins zeigt: Fast jeder Zweite (45 Prozent) findet herkömmlichen Sprit effizienter und tankt deshalb kein E10.
Die Umfrage zeigt weiter: Einen noch gewichtigeren Grund für den Verzicht auf das Kraftstoffgemisch mit höherem Ethanolanteil sehen 21 Prozent der Befragten. Sie befürchten, dass ihr Fahrzeug durch das Tanken von E10 einen Motorschaden erleiden könnte. Acht Prozent tanken die Spritsorte nicht, weil ihr Auto sie laut Herstellerangaben nicht verträgt. „Beim Thema E10 herrscht nach wie vor eine große Verunsicherung unter den Autofahrern“, resümiert Thomas Weiss, Chefredakteur des AutoScout24-Magazins.
Sein Tipp: „Wer künftig doch gerne E10 tanken möchte, sollte prüfen, ob er mehr zahlt - das lässt sich schon nach zwei oder drei Tankfüllungen gut abschätzen. Aber vor dem ersten Tanken von E10 prüfen, ob das Fahrzeug E 10 verträgt." Dabei genießt der Umweltgedanke keinerlei Priorität beim Tankverhalten der Verbraucher. Nur drei Prozent der Befragten geben an, ihren Tank der Umwelt zuliebe mit E10 zu füllen.
Die deutschen Automobilhersteller im VDA haben eine Erklärung abgegeben, dass sich die Autofahrer auf deren Aussagen zu E10 verlassen können. Die Angaben in der Verträglichkeitsliste sind also verbindlich. Das bedeutet, dass Hersteller in solchen Fällen für E10-Schäden aufkommen würden. Doch das gab es bisher noch nie. Zumindest bei Herstellern, die nicht im VDA organisiert sind, stellt sich die Frage, wie verbindlich die Freigabe ist und ob sie als eigenständige Garantiezusage gewertet werden kann, erläutert der ADAC-Rechtsexperte Klaus Heimgärtner. „Das ist eine Auslegungsfrage, die gegebenenfalls gerichtlich geklärt werden muss.“
Beim Verbrauchsgüterkauf – also dem Verkauf von Unternehmern an Privatleute – spielt die Zeit eine Rolle: Bis zu sechs Monaten nach dem Kauf wird aufgrund einer gesetzlichen Beweislast-Umkehr vermutet, dass ein Mangel von Anfang an bestanden und der Verkäufer dafür einzutreten hat. Nach Ablauf der Frist muss der Käufer nachweisen, dass der Schaden bereits bei der Übergabe des Kraftfahrzeugs vorlag beziehungsweise angelegt war. Deswegen empfiehlt Klaus Heimgärtner den Käufern von Autos, die nicht E10-tauglich sind, übers Tanken lückenlos Buch zu führen und die dazugehörigen Belege aufzuheben. Nur so können die neuen Besitzer bei eventuellen Schäden durch E10 nachweisen, dass sie sie nicht selbst durch falsches Betanken verursacht haben.
Wer ein Auto, das nicht für E10 freigegeben ist, trotzdem mit dem neuen Biosprit betankt, muss selber für den Schaden aufkommen. Die Rechtslage ist dann eindeutig, sagt Klaus Heimgärtner: „Es gibt dann keinerlei Ansprüche an Hersteller oder Mineralölfirmen.“
Damit zeigt sich ein insgesamt nur wenig verändertes Verhalten im Vergleich zur letzten Umfrage zum Thema, die TNS Infratest im Herbst 2011 durchgeführt hatte. Nur ein Viertel aller Autofahrer Deutschlands, die einen Pkw mit Ottomotor besitzen, hatten den Kraftstoff getankt. Hauptursache waren laut der repräsentativen Umfrage technische Bedenken wie die Angst vor Motorschäden. Sieben von zehn Autofahrer verzichteten deshalb auf E10, obwohl über 90 Prozent aller Benziner eine solche Tankfüllung problemlos vertragen sollen.
Verunsicherung bei Älteren
Regionale Unterschiede nahmen ebenfalls Einfluss auf die E10-Nutzung. In Ost- und Süddeutschland gab es den Biosprit an vielen Tankstellen bereits seit Februar, in anderen Bundesländern wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen hatte die Einführung erst jetzt im Sommer gestartet. Die Folge: Während in den südlichen Bundesländern mehr als jeder Dritte und in den östlichen gut jeder Vierte bereits E10 getankt hatte, hatte im Westen und Norden Deutschlands bisher nur jeder Zehnte zur E10-Zapfsäule gegriffen.
"Den ernst zu nehmenden Befürchtungen um den Motor muss nun mit nachvollziehbarer und für jeden Bürger verständlicher Information begegnet werden", erklärte Richard Hilmer, Geschäftsführer TNS Infratest Sozialforschung. Vor allem bei den unteren Einkommensgruppen und älteren Menschen besteht demnach der größte Nachholbedarf, weil dort die Bedenken am größten sind.
wie wärs mit Spritspartipps lesen? 7,5l für nen normal großen Wagen find ich schon krass viel, 12 Jahre alter Opel Astra ähnlicher größer verbraucht bei uns 5-6l.
Deutsche Politiker sind mit solch komplexen Themen, wie Abschaffung erfordert.
Ein simples Beispiel dafuer ist Merkel. Sie haette ihre Meinung zu Gauck nie geaendert, wenn fuer sie nicht die Abwahl zur Diskussion gestanden haette. Waere das Buendnis zerbrochen, haette Merkel alles verloren und Deutschland viel dazugewonnen. Biosprit ist nachweislich teurer und es besteht immer die Gefahr, dass die Karre einen kapitalen Motorschaden davontraegt.
Der Berliner Fuhrpark tankt doch auch kaum E10?
Warum wohl?
Eine einfache Rechnung!
Bei mir ist E10 7 Cent billiger als SuperPlus.
Bei einem 50 Liter Tank zahle ich stets 3,50 € mehr als für E10.
Ich fahre einen A3 Baujahr 2002!
Mit E10 Fahre ich knap 540 KM, mit SuperPlus 670 KM.
Pro 100KM verbrauche ich zwischen 7,5 und 8 Liter, je nach meiner Laune und damit mein Fahrstil.
130 KM mehr bedeuten ca. 10 Liter weniger Verbrauch.
Wenn jetzt der Liter 1,50 € kostet, würde ich genau 10x1,50€-3,50€ =11,50€ sparen, pro Tankvorgang!
Warum soll ich nun E10 Tanken?
Wie wärs mal mit dem Zeug abschaffen und Geld in Bildung und Forschung investieren.
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