Tatort Frankfurt
Wie Park-Rambos den Verkehr stören

Sie parken in der zweiten Reihe und einige sind auch noch stolz darauf. Zwar droht Park-Rambos ein hohes Bußgeld, aber viele sehen das nur als eine Art Verteidigung: Denn in der City gibt es zu wenig Parkplätze.

FRANKFURT. Werktags, morgens um 10 Uhr an der Frankfurter Hauptwache. Lange Autoschlangen schlängeln sich durch die verstopfte Innenstadt, begleitet von ständigem Gehupe und Gedränge. Doch da ist noch etwas, was die vielen Autofahrer immer wieder zur Weißglut bringt: So genannte Zweite-Reihe-Parker.

Zweite-Reihe-Parker werden bundesweit hart bestraft Sie behindern den Verkehr ungemein. Doch warum suchen sie keinen ordnungsgemäßen Parkplatz? NEWS war in der City unterwegs, um diesen Verkehrsbehinderern auf die Schliche zu kommen. In Höhe der Katharinenkirche werden wir zum ersten Mal fündig. Der Fahrer eines schwarzen Golfs lässt sein Fahrzeug dreist in zweiter Reihe stehen und holt sich gemütlich einen Kaffee. Als er zurückkommt, fangen wir ihn ab und fragen ihn. Er entgegnet: "Ich parke immer in zweiter Reihe, weil ich frei sein will. Hier gibt es keine Freiheit."

Kurze Zeit später sehen wir einen Fahrer eines grünen Lupo, der sein Gefährt in der Kirchnerstraße in zweiter Reihe abstellt, um sich schnell etwas zu Essen zu besorgen. Auch ihn befragen wir: "Ich sehe es nicht ein, für ein Sandwich 15 Minuten im Kreis zu fahren, um einen Parkplatz zu finden."

Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland: "Der Parkdruck in der Innenstadt ist sehr hoch und viele Autofahrer ziehen es vor, in der zweiten Reihe zu parken und ein Bußgeld bezahlen zu müssen, anstatt ein Parkhaus aufzusuchen."

Das kann aber ziemlich teuer werden. Parkt man länger als 15 Minuten und liegt darüber hinaus eine Behinderung vor, kostet es 35 Euro. "Wenn die Behinderung andauert, werden die Fahrer angezeigt und das Auto abgeschleppt", sagt Joachim Seidel vom Ordnungsamt Frankfurt. Doch jeder kennt die Parkplatzsituation in der Stadt. Für die 330 000 in Frankfurt gemeldeten Fahrzeuge und die 200 000 Pendler, die täglich mit dem Auto in die Stadt kommen und verzweifelt auf der Suche nach Parkplätzen sind, gibt es nicht annähernd genügend Parkraum.

Und deshalb nehmen immer wieder Autofahrer das Risiko in Kauf, weil sie für kurze Erledigungen im Stadtzentrum nicht extra ein Parkhaus ansteuern wollen.

Drei Frankfurter zu "Zweite-Reihe-Parkern":

Nazan Günes (41), Inhaber eines Gemüsemarktes: "Mir ist es egal, wo die Autos stehen, es gibt sowieso keine Parkplätze in der Stadt. Nur vor meinem Laden soll es frei bleiben wegen der Getränkeanlieferung."

Ronald Filkas (51), arbeitslos: "Mich stören Leute, die in der zweiten Reihe parken, nicht, weil ich kein eigenes Auto besitze. Mit einem eigenen Auto würde ich mich aber auch aufregen."

Felicitas Franz (19), Abiturientin: "Ich finde es nicht toll, wenn Leute ihr Auto in zweiter Reihe abstellen, weil sie so den Verkehr behindern. Besonders mein Freund regt sichh darüber auf."

Quelle: »NEWS Frankfurt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%