Technik
Neuwagen sind immer besser ausgestattet

HB BOCHUM/OSTFILDERN. In der Vergangenheit statteten Autohersteller speziell kleine Fahrzeugen recht spärlich aus. Manche Insassen ließ der freie Blick auf lackiertes Blech den Vergleich mit einer Cola-Dose ziehen.

Mittlerweile ist so etwas die Ausnahme. Autos bekommen werksseitig immer mehr mit auf den Weg, auch Kunden selbst zücken gern die Brieftasche, um ein paar Extras mehr zu bestellen. „Der Ausstattungsgrad von Neuwagen steigt von Jahr zu Jahr weiter an“, bestätigt Jürgen Schönleber, Sprecher der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) im baden-württembergischen Ostfildern. Die Marktbeobachter der DAT erfassen regelmäßig, wie es in verkauften Neuwagen aussieht.

So fand sich in 98 Prozent der im Jahr 2005 neu gekauften Autos ein Radio, der CD-Player kam immerhin auf 80 Prozent. Das Verschließen der Türen wird in 95 Prozent der Neuwagen via Zentralverriegelung erledigt, in 86 Prozent der Fälle sorgt eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen, und auch elektrische Fensterheber sind mit 93 Prozent fast schon selbstverständlich.

Weitere Extras sind stark im Kommen: „Einparksensoren sind bei Fahrzeugen ab der Klasse eines VW Passat zunehmend fast ein Standard“, sagt Arnulf Volkmar Thiemel vom Adac-Technikzentrum im bayrischen Landsberg. Hatte das Thema 1999 noch gar keine Bedeutung, kommen die Einparkhilfen nach DAT-Zahlen nun bereits auf einen Anteil von 22 Prozent bei den Neuwagen. Der Grund dafür ist laut Thiemel ein ganz einfacher: „Die Autos werden immer unübersichtlicher.“

Ohnehin sind es gerade elektronische Hilfen, die von der Kundschaft immer öfter begehrt werden. „Navigationsgeräte ziehen ebenfalls ganz stark an“, sagt Thiemel. Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B & D Forecast in Bochum sagt den elektronischen Pfadfinder eine große Karriere vorher: „Ich gehe davon aus, dass Navigationssysteme im Auto in der Zukunft etwa so selbstverständlich sein werden, wie es jetzt der CD-Player ist.“

Schon heute findet sich in 25 Prozent der neuen Autos ein Navigationssystem. Der einzige Grund für die Zurückhaltung der restlichen 75 Prozent der Käufer ist laut Dudenhöffer noch der hohe Preis, den Hersteller immer noch für fest eingebaute Geräte verlangen. Nach dem Boom der günstigen mobilen Navigations-Instrumente könnte hier künftig der Preis etwas bergab gehen.

Denn die Preisgestaltung in den Extra-Listen hat nach Aussage der Experten nicht zuletzt etwas mit der Konkurrenz zu tun. „Radios und CD-Player kann der Käufer auch auf dem Zubehörmarkt bekommen, deswegen sind sie in der Aufpreisliste oft nicht so teuer“, erläutert Dudenhöffer. Anders sieht es bei Dingen aus, die der Besitzer des Wagens später nicht ohne Weiteres nachordern kann - sie können die Hersteller daher teurer verkaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%