Technologie: Verkehrssicherheit: Ganz dicht auffahren

Technologie: Verkehrssicherheit
Ganz dicht auffahren

Der silberne Audi A8 heftet sich an die Stoßstange des dunkelblauen Mazda 3. Er verfolgt ihn wie der Jagdhund den Fuchs. Der Audi, ein mit Technik voll gestopftes Versuchsfahrzeug, folgt in immer gleichem Abstand. Plötzlich macht der Mazda eine Vollbremsung. Schrecksekunde. Glück gehabt.

DÜSSELDORF. Der Audi bremst ohne Zutun des Fahrers. In ausreichendem Abstand bleibt er stehen und fährt kurz darauf los, nachdem auch der Mazda wieder gestartet ist.

Der Test-Audi ermöglicht das komfortable Hinterherzuckeln im nervtötenden Stop-and-go-Verkehr. Schon bald können Autos dank Nahradar noch viel mehr: Der Wagen der Zukunft wittert brenzlige Situationen rund um die Karosserie: Er sieht spielende Kinder am Straßenrand, warnt beim Linksabbiegen vor entgegenkommenden Fahrradfahrern, verhindert Auffahrunfälle, erhellt den toten Winkel und parkt automatisch ein. Acht Radaraugen sorgen für den perfekten Rundumblick bis zu einem Radius von 30 Metern. Das Autofahren soll so sicherer und komfortabler werden.

In einem Konsortium namens Sara einigten sich neben anderen BMW, Daimler-Chrysler, Volkswagen, Bosch und Siemens Automotive auf gemeinsame Standards für Nahradar. Jetzt machte die Europäische Kommission den Weg für die neue Technik frei, indem sie EU-weit das erforderliche 24-Gigahertz-Frequenzband für diese Technik reservierte.

Damit kann der neue elektronische Schutzengel drohende Unfälle voraussehen und verhüten, zumindest aber die Folgen mildern. Das ist dringend notwendig. Denn trotz rückläufiger Unfallzahlen sterben immer noch jährlich 40 000 Menschen auf den europäischen Straßen, allein in Deutschland knapp 6 000, rund 500 000 verletzten sich bei Verkehrsunfällen.

Die Europäische Kommission will diese Zahlen bis 2010 halbieren. Doch die bisherige Sicherheitsphilosophie, die Folgen eines Unfalls beispielsweise durch bis zu zwölf Airbags abzufangen, ist weit gehend ausgereizt. Die Autobauer sind sich einig, dass ein substanzieller Zuwachs an Sicherheit nur noch mit elektronischen Assistenzsystemen möglich ist. Deren Potenzial, Unfälle zu vermeiden, ist gewaltig: "88 Prozent der Auffahrunfälle könnte der Nahbereichsradar verhindern oder deutlich abschwächen", sagt Stefan Wolfsried, Chefelektroniker bei Daimler-Chrysler.

Kombiniert mit dem Abstandsradar wie es jetzt bereits Mercedes, BMW, Audi oder VW in der Oberklasse anbieten, lernen die Autos sehen, egal, ob im Stadtverkehr oder auf der Autobahn. Doch der aktuelle Abstandsradar funkt auf dem 77-GHz-Band, er ist teuer und erfordert viel Platz im Auto.

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