Tesla in Norwegen: Ist der Tesla ein Schönwetter-Auto?

Tesla in Norwegen
Ist der Tesla ein Schönwetter-Auto?

In Norwegen ist es derzeit zu kalt für das Vorzeige-Elektroauto Tesla Model S: Nach einem bestätigten Bericht haben mehrere Model S Ladeprobleme. Tesla hat eine Lösung parat – das norwegische Stromnetz ist Schuld.
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Als im September und Dezember das Tesla Model S den Titel des meistverkauften Autos Norwegens erringen konnte war das eine kleine Sensation. Nun scheint die Begeisterung für die Elektro-Limousine im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig abgekühlt zu sein. Denn nach dem Bericht der norwegischen Tageszeitung „Dagens Naeringsliv“ haben mehrere Tesla-Fahrer Probleme, das Elektroauto nach dem jüngsten Kälteeinbruch in Norwegen aufzuladen. Aus den USA, die derzeit von einer noch heftigeren Kältewelle heimgesucht werden, sind derartige Probleme bisher nicht in größerem Umfang bekannt geworden.

Obwohl der Stecker steckt, lädt das Auto bei kalten Temperaturen offenbar nicht immer. Tesla habe betroffene Kunden kontaktiert, Techniker analysierten Daten und führten Tests in Norwegen durch, zitiert die Zeitung einen Verantwortlichen des US-Unternehmens. Laut Tesla handelt es sich um ein speziell norwegisches Problem, das mit dem dortigen Stromnetz zu tun hat – es sei „zu empfindlich“ heißt es in dem Bericht. Offenbar soll eine neue Software jetzt Abhilfe schaffen. Ein pikantes Detail: Tesla-Chef Elon Musk hatte immer wieder damit geworben, dass die beliebten Model S in Norwegen keinerlei Probleme wegen der Kälte zeigen würden.

Noch im Herbst war der Tesla S so begehrt, dass Norweger für Gebrauchte mehr Geld zahlen als für Neuwagen, um nicht fünf Monate warten zu müssen. „Die Nachfrage ist extrem“, sagte der Bergener Tesla-Händler Joar Tenfjord.

Ein Grund für den Tesla-Erfolg in dem skandinavischen Land sind die vergleichsweise hohen Steuern auf Autos mit großen Verbrennungsmotoren: Wer einen Wagen kaufen will, der sich mit den Fahrleistungen des Tesla S messen kann, muss etwa doppelt so viel Geld ausgeben. Die Regierung fördert Elektroautos zudem mit kostenlosen Parkplätzen und Aufladestationen. Fahrer dürfen auch Busspuren nutzen. Die finanziellen Anreize kann sich Norwegen leisten, weil durch die Ölvorkommen des Landes verlässlich Geld in die Staatskassen kommt.

Bei den Ladeproblemen geht es offenbar um Fahrzeuge, die an der heimischen Steckdose geladen werden und nicht an den von Tesla aufgestellten Supercharger-Stationen. Seine ersten sechs Supercharger schloss Tesla 2012 in Kalifornien an, ein Jahr später folgte in Norwegen das erste Netz europäischer Supercharger-Stationen. Zum heutigen Stand sind weltweit 81 Supercharger-Stationen angeschlossen, 14 davon in Europa.

In Deutschland verbinden Supercharger-Stationen in Wilnsdorf, Bad Rappenau, Aichstetten und Jettingen die Städte Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Sie verbinden das Deutschland-Netz zudem mit Amsterdam, Zürich und Innsbruck. Ende März 2014 werden 50 Prozent der deutschen Bevölkerung innerhalb eines Radius von 320 km Entfernung zum nächstgelegenen Supercharger leben, Ende des Jahres wird die Bevölkerung zu 100 Prozent erreicht.

Nicht nur in Europa will Tesla weiter Fuß fassen, sondern auch im größten Automarkt der Welt: China. Dort wird ein Model S allerdings rund 50 Prozent mehr kosten als in den USA. In China steht die Elektro-Limousine mit 734.000 Yuan in der Liste, umgerechnet rund 121.000 US-Dollar. Das selbe Auto kostet in den USA allerdings nur 81.000 Dollar. Laut Tesla-Chef Elon Musk erklärt sich der Unterschied allerdings nur mit „unvermeidbaren Steuern. Zollgebühren und Transportkosten“. Da das Model S nicht mit einem chinesischen Partner in China gefertigt wird, werden die Import-Fahrzeuge mit hohen Zöllen belegt.

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  • Es ist schon erstaunlich,wieviel Ahnungslosigkeit sie in einen Satz packen können.Als der Wintereinbruch in den USA die Temperaturen auf fast -50 grad fallen ließ,sind die Teslas trotzdem weitergefahren und außerdem geht es hier AUSSCHLIEßLICH um das mobile Ladegerät alle anderen Ladegeräte funktionieren.Die Bildzeitung hat im letzten Test alles versucht,um die Reichweiten der E-Autos zu minimieren,indem sie auf einer hochgelegenen Rally-Rennstrecke in den Alpen bei Schnee und Minusgraden rennen gefahren sind und dabei hatte der Tesla trotzdem eine Reichweite von über 200km. Und in Zehn Jahren verkaufen die Norweger ihr Öl an uns und lachen sich dabei ins Fäustchen,weil sie selber von dem Schrott unabhängig sind.

  • Die Norweger haben Tesla mit Ihrer Subvention wohl einen ziemlichen Bärendienst erwiesen, Erst pusht das Ölland Norwegen die Elektromobilität künstlich auf Platz 1 der Verkaufsstatistik um dann der ganzen Welt die Mängel vorzuführen. Teslafahrer können Ihre Autos nicht laden, die Akkus machen nach 60 Km schlapp bei der Kälte, Leute sind Stunden in der Kälte gefangen bis Hilfe kommt etc. Das müsste den Subventionören des Öllandes doch bekannt gewesen sein. Immerhin hat jedes Handy die gleichen Probleme bei Kälte. Oder die wollten, dass es zu solchen Problemen kommt? Ein Schelm wer böses dabei denkt.

  • Der Tesla hat kein Problem bei Kälte, dies wird im Artikel falsch dargestellt. Das mobile Ladegerät für den Tesla hat ein Problem. Alle anderen Ladegeräte funktionieren fehlerfrei. Schade, dass hier wieder mal mit der Unwissenheit der Leser gespielt wird.

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