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Wie Autofahrer mit der Spritsorte sparen können

dpa/gms LANDSBERG. Bei Spritpreisen auf Rekordniveau wird für viele Autofahrer jeder Tankstopp zur Qual. Wer volltankt, ist schnell mal an die 100 Euro los. Mancher Verbraucher wäre da schon froh, wenn er nur ein bis zwei Cent pro Liter weniger zahlen müsste.

Die Möglichkeit bietet sich zumindest denjenigen, deren Autos zwar vom Werk für teures Super optimiert, aber auch für günstigeres Normalbenzin ausgelegt sind. Doch wirklich sparen lässt sich mit Normalsprit im Supertank laut Experten nur bei bestimmter Fahrweise.

Ein Blick auf die Preistafeln verdeutlicht den preislichen Unterschied. Nach Zahlen des Adac kostete der Liter Super Mitte November im Bundesdurchschnitt 1,21 Euro, der Liter Super Plus sogar 1,29 Euro. Für Normalbenzin wurden dagegen 1,19 Euro fällig. Das ist pro Liter zwar nur eine geringe Ersparnis. Aufs Jahr gerechnet und bei hoher Fahrleistung käme aber durchaus eine größere Summe heraus. Die Voraussetzung, günstigeres Normalbenzin zu tanken, ist nach Angaben von Magnus Geisler vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern) bei Super-Fahrzeugen aber eine Freigabe des Autoherstellers - sonst können Motorschäden die Folge sein.

Entscheidend ist Geisler zufolge die Oktanzahl. Je höher die Oktanzahl, desto geringer die Gefahr von Selbstzündungen, die die Kolben schädigen. Normalbenzin besitzt 91, Super 95 und Super Plus 98 Oktan. Zusätzlich bieten einige Mineralölhersteller Premiumsprit mit 100 Oktan an.

Bei modernen Fahrzeugen ist die Gefahr von Motorschäden gebannt: „Jeder moderne Motor hat einen Klopfsensor, der die Spritqualität erkennt“, sagt VW-Sprecher Harthmuth Hoffmann in Wolfsburg. Er stelle die Motorsteuerung auf die Spritsorte ein. Auch Opel-Sprecher Sven Markurt in Rüsselsheim verweist auf den Klopfsensor, der in allen aktuellen Modellen der Marke eingebaut ist: „In der Regel können daher alle Opel-Benziner im normalen Alltagsbetrieb Super oder Benzin tanken.“

Allerdings gibt Opel-Sprecher Markurt zu bedenken, dass mit dem günstigeren Sprit auch geringe Leistungseinbußen und ein erhöhter Verbrauch verbunden sein können. Als Faustformel nennt Magnus Geisler einen theoretischen Mehrverbrauch von einem Viertelliter auf 100 Kilometer, da eine höhere Oktanzahl auch einen höheren Wirkungsgrad und damit einen niedrigeren Spritverbrauch ermöglicht.

Womöglich macht es auch keinen Unterschied: Die Sachverständigen der Dekra haben in ihrem Prüflabor in Klettwitz (Brandenburg) für die Zeitschrift „Auto Bild“ einen Test mit einem Skoda Octavia 1.6 FSI vorgenommen. Der Wagen wurde mit 91-, 95- und 100-Oktan-Sprit in den Testzyklus geschickt. Dabei wurden Gesamtverbräuche von 6,93, 6,89 und 6,90 Litern auf 100 Kilometer gemessen. „Ein Einfluss der verschiedenen Kraftstoffqualitäten auf den Kraftstoffverbrauch konnte nicht festgestellt werden“, lautet das Fazit der Prüfer.

Zwar räumt Testleiter Steffen Schmidt ein, dass es sich bei dem Test um eine Stichprobe handelte. Andere Fahrzeuge reagierten womöglich empfindlicher auf unterschiedliche Spritsorten. „Wenn der Hersteller das freigegeben hat, sollte man das ruhig nutzen“, lautet dennoch sein Rat. Schließlich hänge der Mehrverbrauch bei Sprit mit niedriger Oktanzahl nicht zuletzt auch vom Fahrprofil ab. Bei Fahrten auf der Autobahn oder unter Volllast sei er höher als etwa im Stadtbetrieb.

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