Teure Vielfalt
Steuerfalle Fuhrpark

Werden mehrere Firmenwagen vom Unternehmer selbst oder ihm nahestehenden Personen für Privatfahrten, für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder für Familienheimfahrten mitgenutzt, so gelten für deren Besteuerung seit vergangenem Jahr verschärfte Regeln.
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So brauchte die pauschale Nutzungswertermittlung in der Vergangenheit nur entsprechend der Anzahl der privaten Nutzer für die Fahrzeuge mit den höchsten Listenpreisen durchgeführt werden.

Dazu ein Beispiel: Zum Betriebsvermögen gehören fünf Pkw, die vom Unternehmer, seiner Ehefrau und dem erwachsenen Sohn auch zu Privatfahrten genutzt werden. Es befindet sich kein weiteres Fahrzeug im Privatvermögen. Besteuerung bisher: Obwohl fünf Fahrzeuge privat mitgenutzt wurden, erfolgte die pauschale Nutzungswertbesteuerung lediglich für die drei Fahrzeuge mit den höchsten Listenpreisen.

Nach dem BMF-Schreiben vom 18. November 2009 (- IV C 6 - S 2177/07/10004 -) ist der pauschale Nutzungswert nunmehr grundsätzlich für jedes Kraftfahrzeug anzusetzen, das vom Unternehmer oder von zu seiner Privatsphäre gehörenden Personen für Privatfahrten genutzt wird. Einschränkungen sollen lediglich für die Fahrzeuge gelten, die nachweislich für eine private Nutzung ungeeignet sind wie beispielsweise Werkstattwagen. Beispiel: Zum Betriebsvermögen gehören fünf Pkw, von denen vier vom Unternehmer, seiner Ehefrau und dem erwachsenen Sohn auch zu Privatfahrten genutzt werden. Eines der Kraftfahrzeuge wird ausschließlich einem Angestellten auch zur privaten Nutzung überlassen; der Nutzungsvorteil wird bei diesem lohnversteuert. Es befindet sich kein weiteres Kraftfahrzeug im Privatvermögen.

Besteuerung jetzt: Die private Nutzungsentnahme ist für vier Kraftfahrzeuge anzusetzen. Sofern der Unternehmer die Fahrzeuge für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und für Familienheimfahrten nutzt, wird für diese Fahrten zusätzlich der Betriebsausgabenabzug gekürzt. Sollte der Unternehmer nicht die Nutzung eines billigeren Fahrzeugs nachweisen können, darf das Finanzamt dabei den höchsten Listenpreis zugrunde legen.

Nach wie vor gilt jedoch, dass der pauschale Nutzungswert und die nicht abziehbaren Betriebsausgaben auch dann mit den Monatswerten angesetzt werden, wenn das Kraftfahrzeug nur gelegentlich zu Privatfahrten oder zu Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte genutzt wird. Ausnahmen davon lassen die Finanzbehörden nur für volle Kalendermonate zu, in denen eine private Nutzung oder eine Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte ausgeschlossen ist.

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